Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Stuttgart/Karlsruhe

Württemberger lieben ihre Arbeit: Badener eher ihr Einkommen

Kaum Arbeitslosigkeit, eine geringe Pflegequote, hoher Anteil an Partnerschaften - die Württemberger müssten zu den glücklichsten Menschen der Republik gehören.

11.10.2018
  • dpa/lsw

Stuttgart/Karlsruhe. Doch im «Glücksatlas 2018» der allgemeinen Lebenszufriedenheit, der am Donnerstag vorgestellt wurde, belegt das vergleichsweise wohlhabende Völkchen gerade mal wieder nur Platz 11 unter 19 deutschen Regionen. Und was ist mit den Badenern los? Zählten sie im vergangenen Jahr noch zu den Top 3, rutschten sie auf Platz 6 ab, überholt von Hessen, Franken und Nordrhein-Westfalen. Die achte Studie dieser Art wurde vom Freiburger Sozialökonomen Bernd Raffelhüschen im Auftrag der Deutschen Post erstellt.

Wo leben die glücklichsten Deutschen?

Die Lebenszufriedenheit ist auf relativ hohem Niveau geblieben, was Raffelhüschen im Wesentlichen mit der starken Konjunktur und der guten Beschäftigungslage begründete. Auf auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (ganz und gar zufrieden) blieb die Berechnung der Lebenszufriedenheit für dieses Jahr bei 7,05 Punkten (Vorjahr: 7,07). In Schleswig-Holstein leben seit 2013 laut Atlas die zufriedensten Menschen (7,44), gefolgt von Hamburg (7,36) und Hessen (7,27). Das Schlusslicht des Vorjahres, Sachsen-Anhalt (6,88), tauschte mit Brandenburg (6,84) erneut die Plätze am Tabellenende.

Warum schwächeln die Badener?

Am Einkommen kann es nicht liegen, dann damit ist man in Baden so zufrieden wie in kaum einer anderen Region (Platz 2). Wären diese hohen Wohnkosten nicht, gehörten die Badener vermutlich zu den glücklichsten Menschen Deutschlands. Lediglich Rang 17 unter den 19 Regionen in der Kategorie «Wohnen und Freizeit» dürfte eine Ursache sein, warum Baden im Atlas 2018 etwas aus der Spitzengruppe abrutschte. Auch bei der Zufriedenheit mit ihrem Arbeitsplatz erreichten die Badener diesmal nur unterdurchschnittliche Werte. Auffällig: Die Über-65-Jährigen sind in Baden so glücklich wie fast nirgendwo sonst in Deutschland - geschlagen nur von Niedersachsen.

Was fehlt den wohlhabenden Württemberger zum Glück?

Im Gegensatz zu den Badenern landen die Württemberger gerade in den Kategorien «Wohnen» und «Arbeit» sogar in der jeweiligen Spitzengruppe, überflügelt jeweils nur von den Regionen im Nordwesten. Hohes Pro-Kopf-Einkommen ist aber nach Ansicht von Glücksforschern «ab einer bestimmten Schwelle» kein Indikator mehr für Lebenszufriedenheit, wie Professor Hagen Krämer, Diplom-Ökonom von der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft erklärte. Für die Lebenszufriedenheit zählten eher Faktoren wie Familie, Freundschaft, gesellschaftlicher Zusammenhalt und schöne Erlebnisse. Auffällig: Fragt man nur die Frauen, kommen die Württembergerinnen bei der allgemeinen Zufriedenheit sogar nur auf Rang 14 (Baden: 7).

Was macht den Unterschied zwischen Baden und Württemberg aus?

Krämer bezweifelt zwar mangels Masse an Befragten die Aussagekraft des Glücksatlas' für die 19 Regionen etwas, eine Idee hat er aber dennoch: «Es scheint so zu sein, dass die Badener doch ein wenig mehr den angenehmen Dingen des Lebens zugeneigt sind und die Sachen entspannter angehen.» Als Norddeutscher lebt Krämer seit 20 Jahren in Baden und hat vorher fünf Jahre lang in Stuttgart gelebt - kennt also beide Völkchen, wie auch deren Stereotypen. Raffelhüschen führt «regionale Mentalität» an - «denn diese ist für rund die Hälfte aller Zufriedenheitsunterschiede zwischen Menschen verantwortlich.»

Warum macht Geld allein nicht glücklich?

Weil eben nicht jeder erfolgreich sein könne, so Krämer. «Nur wenige können oben stehen.» Auch erfolgreiche Menschen müssten ständig kämpfen, um oben zu bleiben. «Für die gesamte Gesellschaft ist Erfolg daher ein Nullsummenspiel.» Dies sei bei einem guten Sozialleben anders: Von den schönen Dingen des Lebens kann man nie genug kriegen, sie nutzen sich nicht ab. Die Platzierung der Württemberger erneut nur im unteren Mittelfeld lasse sich somit auch dahingehend interpretieren, dass das hohe Pro-Kopf-Einkommen der Württemberger möglicherweise durch zu große Arbeitsanstrengungen erworben wurde.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.10.2018, 12:54 Uhr | geändert: 11.10.2018, 18:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular