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Weiterhin eine Gefahr

Experte warnt vor Events der Salafisten-Szene

Salafisten bleiben eine Gefahr. Hunderte Aktivisten zählt die Strömung allein im Land. Es gibt Hinweise über ihre Gewaltbereitschaft, sagt ein Experte.

23.07.2012

Von ÖZLEM YILMAZER, DPA

Ulm/Stuttgart Von Veranstaltungen der radikal-islamischen Salafisten geht nach Experten-Einschätzung eine Gefahr aus. Sie können demnach Gewalttaten bei den Anhängern der islamistischen Strömung auslösen. "Es kann zu Events kommen, bei denen Leute angespornt werden, tätig zu werden", sagte Islamismusfachmann Herbert Landolin Müller vom Verfassungsschutzamt in Stuttgart. Das sei bei der terroristischen "Sauerland-Gruppe" und dem "Kofferbomber von Köln" auch so gewesen, dass ein spezielles Erlebnis sie zu Anschlägen animierte. Für die Sicherheitsbehörden sei das eine Herausforderung, denn der so genannte Auslöserpunkt sei im Grunde nicht voraussehbar.

"Wir müssen da höllisch aufpassen", sagte der Leiter der Abteilung Internationaler Extremismus und Terrorismus.

Vergangenes Wochenende erst war bekanntgeworden, dass ein führender Salafist aus Ulm kürzlich von der Türkei ausgeliefert und in Deutschland verhaftet wurde. Wie etliche andere Aktivisten aus Baden-Württemberg war er ins Ausland geflüchtet, in diesem Fall nach Wasiristan. "Von seinen Aktivitäten ist er sicherlich nicht als friedlicher Zeitgenosse einzustufen, sondern als Vertreter des Dschihadismus", sagte Müller. Medienberichten nach soll er den inhaftierten Terroristen der Sauerland-Gruppe, Daniel Schneider, in Afghanistan angeworben haben. Auch die Wurzeln dieser Gruppe lagen in Ulm. Die Stadt war lange Hochburg von Islamisten im Südwesten.

"Wir haben da noch ein Auge drauf, aber Ulm fällt da nicht als einzigartige Insel für islamistische Netzwerke auf", sagte Müller.

Die Salafisten seien kein neues Phänomen. In letzter Zeit aber seien sie sichtbarer, etwa durch die Verbreitung salafistischer Literatur. "Und damit meine ich nicht die Koran-Ausgaben, sondern das Verteilen von Schriften, die ein eigenständiges ideologisches Konstrukt darstellen", sagte Müller.

"Sie werden sichtbar mit diversen Veranstaltungen, die nicht nur Anhänger und Sympathisanten ansprechen, sondern die eine öffentliche Wahrnehmung ermöglichen." Dazu zählten etwa Demos, Büchertische in den Städten und das Hervortreten von bestimmten Predigern, die medientechnisch gut vermarktbar seien. Aufmerksamkeit erregten sie auch über bewusst gewählte Kleidung.

Schon eine Veranstaltung kann zur Gewalt animieren: Herbert Müller vom Verfassungsschutz.

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Erstellt:
23. Juli 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Juli 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2012, 12:00 Uhr

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