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Gewürze für die Gelenke

Experte über richtige Ernährung bei Arthrose

Senf für die Schulter, Kakao fürs Knie: Wer Arthrose hat, der muss sich nach Meinung des Tübinger Nährstoffexperten Wolfgang Feil nicht mit Schmerzmitteln vollpumpen – weil es Nahrungsmittel gibt, die Entzündungen hemmen und die Gelenke stärken.

18.11.2010

Von Amancay Kappeller

Mössingen. Etwa 450 „Gelenkgeplagte“ und solche, die es nicht werden wollen, kamen am Dienstag in die bis auf den letzten Platz besetzte Quenstedt-Aula, um sich Ernährungstipps zur Behandlung der „Volkskrankheit Arthrose“ geben zu lassen – ein Vortrag in Kooperation mit der LG Steinlach und dem TAGBLATT. „Wenn ein Vortrag in der Du-Form ist, kann man sich mehr merken“, meinte Feil zu Beginn – das Auditorium ließ sich daraufhin vom gar nicht trocken Referierenden bereitwillig vertraulich ansprechen.

In der Pause konnte man sich gar für ein „Arthrose-Coaching“ bewerben – die „Forschungsgruppe Dr. Feil“ wird fünf Personen sechs Monate lang betreuen.

Gewürze für die Gelenke, Kräuter fürs Knie? Was im ersten Moment wie heilkundlicher Hokuspokus klingt, ist wissenschaftlich bewiesen, sagt Feil, bundesweit bekannter Nährstoffspezialist: „Omega3-Fettsäuren etwa haben eine schmerzsenkende Wirkung“, weiß der Biologe und Sportwissenschaftler, der unter anderem den Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim und die Handball-Nationalmannschaft berät.

Arthrosepatienten empfiehlt Feil deshalb, von Sonnenblumen- oder Distelöl umzusteigen: „Auf Walnussöl, Rapsöl oder am besten Speiseleinöl, das spielt in der Champions League!“ In diesen Ölen ist viel „gutes Fett“ enthalten, ebenso wie in bestimmten Fischarten (Makrele, Hering, Lachs, Thunfisch). Aber auch wer keine Probleme mit den Gelenken hat, profitiert vom „richtigen“ Fett: „Damit lebt man drei Jahre länger“, sagt der Ernährungsexperte.

Der 51-Jährige ist überzeugt: Gelenke, die Knorpelzellen darin, brauchen die passende Nahrung. „Arthrose ist keine Verschleiß-, sondern viel mehr eine Verhungerungserscheinung.“ Das Alter spiele keine Rolle, jeder könne „seine Knorpel verbessern“. Wer die Knorpelzellen im Gelenk durch geeignete Ernährung „füttert“, der hat laut Feil gute Aussichten, den Gelenkbeschwerden dauerhaft den Garaus zu machen – oder im Idealfall erst gar keine zu bekommen. Pro Tag ein Esslöffel Tomatenmark, ein Teelöffel Senf, etwas Meerrettich und eine Hand voll „Kräuter aus dem Kräutertopf“, wie Basilikum, Petersilie oder Rosmarin sollen helfen, das „Stoffwechselfeuer“ zu entfachen, den Darm zu stärken und Schmerzen zu lindern.

Jeden Tag ein „Gewürz-Joghurt“

Das Salz in der „Gelenksuppe“ aber sind Gewürze: „Gewürze sind für Arthrosegeplagte der Hit“, sagt Wolfgang Feil. Jeden Tag zwei Zentimeter frischer Ingwer hat demnach die selbe schmerzsenkende Wirkung wie ein Schmerzmittel aus der Apotheke. Auch kleine getrocknete Chilischoten, nach jeder Mahlzeit unzerkaut eingenommen, bekämpfen Entzündungen im Körper, ebenso Zimt. Der Geheimtipp des Tübingers: „Jeden Tag ein Gewürz-Joghurt“ – ein Naturjoghurt, verfeinert mit Speiseleinöl, Honig, Zimt, Chili, Pfeffer und Ingwer. Ein weiterer wichtiger Nährstoff für stabile Gelenke ist Kieselsäure, so Feil – Haferflocken und Hirse sind also sowohl fürs Handgelenk als auch für die Hüfte gut. Kieselsäurelieferant Nr. 1 ist Vollkornreis, neben Bananen, Kartoffelschalen und Brennnesseln. Auch Rotwein, Grüner Tee, Zwiebeln und Knoblauch beugen Knorpelabbau vor – sogenannte „Polyphenole“ wirken stärkend. „Wer Arthrose hat, braucht einen langen Atem“, darauf weist Feil hin. „Was sich lange abgebaut hat, braucht auch drei bis sechs Monate, bis es wieder aufgebaut ist.“

Zusätzlich zur richtigen Ernährung ist Bewegung wichtig – „damit die Nährstoffe auch ins Gelenk gehen.“ Eine gute Muskulatur schützt vor Schmerzen; jedes Pfund zu viel bedeutet „mehr Druck auf die Gelenke“, so der 51-Jährige. Nicht zuletzt ist Feil davon überzeugt, dass positive Gedanken die Gesundheit fördern: „Wenn Ihr Euch gut versorgt, sind Eure Gene auf Gesundheit geschaltet. Wenn Ihr nur rumjammert, werdet Ihr nicht gesund.“

Info Literatur zum Vortrag: „Body-Coach: Mach das Beste aus Dir!“ von Wolfgang Feil und Thomas Wessinghage; siehe auch www. dr-feil.com.

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Erstellt:
18. November 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
18. November 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. November 2010, 12:00 Uhr

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