Pandemie

Experte sieht Anthroposophie gefordert

Antisemitismusbeauftragter: Distanzierung von Verschwörungsmythen nötig.

27.10.2020

Von ROLAND MÜLLER

Stuttgart. Der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, sieht die Anthroposophie gefordert, sich von Verschwörungsmythen in der Corona-Krise zu distanzieren. Die weltanschauliche Bewegung, die wesentlich von Rudolf Steiner begründet wurde, werde in der Corona-Debatte von starken Konflikten erfasst. „Der Riss geht gerade quer durch die eigenen Reihen, auch mitten durch die Waldorfschulen“, sagte Blume im Interview mit der SÜDWEST PRESSE.

Die Anthroposophische Gesellschaft habe den Handlungsbedarf auch bereits erkannt und Blume zu einem Gespräch eingeladen. „Es gibt dort schon eine sehr kritische Debatte, auch über problematische Aussagen von Rudolf Steiner – sie wurde aber bisher vor allem nach innen geführt.“ Er habe die Gesellschaft ermuntert, sich der Debatte auch nach außen zu stellen. Alle Weltanschauungen seien momentan gefordert, „zu sagen, was geht – und was nicht mehr geht“, sagte Blume.

Derzeit erlebe das Milieu scharfe Kritik, weil Einzelne die Marke Anthroposophie im Internet missbrauchten, um Verschwörungsmythen zu verbreiten. In der Bewegung der „Querdenker“ und Anti-Corona-Demos sind auch Vertreter aus Impfkritik, Esoterik und alternativer Medizin stark vertreten; zuletzt machten Protest-Aktionen von Eltern an Waldorfschulen gegen die Maskenpflicht Schlagzeilen. Roland Müller

Südwestumschau

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Oktober 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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