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Glosse

Exorzisten dringend gesucht

27.02.2018

Von IGOR STEINLE

Das Kreuz, das zentrale christliche Symbol, das auch bei den höchst umstrittenen Teufelsaustreibungen verwendet wird. Foto: ©Oleg Golovnev /Shutterstock.com

Berlin. Der Fachkräftemangel zeigt sich manchmal an den überraschendsten Stellen: Im Kampf gegen das Böse beispielsweise gibt es bei Weitem nicht genügend Experten. Damit sind nicht etwa Polizisten gemeint, nein: Es fehlt an professionellen Teufelsaustreibern. Vor allem in Italien. Eine halbe Million Menschen wollen dort jedes Jahr Dienste von Exorzisten in Anspruch nehmen. Ihnen gegenüber stehen aber nur 240 Priester, die eine entsprechende Zusatzqualifikation vorzuweisen haben.

Vielleicht schrecken die Priester ja vor der Komplexität der Aufgabe zurück. Denn glaubt man Helmut Moll, hat der Job durchaus einen hohen Anspruch. In einem Vortrag an der päpstlichen Hochschule schilderte der Kölner Prälat typische Symptome von Besessenheit. Erstens: fremde Sprachen flüssig sprechen; zweitens: Ereignisse der Zukunft oder Vergangenheit offenbaren; drittens: übermenschliche Kräfte an den Tag legen und viertens vor Gottessymbolen wie etwa Kreuzen zurückweichen.

Dem geneigten Leser stellt sich nun die Frage: Ist Italien angesichts von 500?000 Menschen, die solche Symptome an den Tag legen, ein von Dämonen besessenes Land? Sollte man den Urlaub wieder absagen? Nein, so schlimm ist es nicht. Nur die Hälfte der Betroffenen benötige tatsächlich einen Exorzisten, sagt Moll. Manche seien auch einfach ein Fall für den Psychotherapeuten. Igor Steinle

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Erstellt:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2018, 06:00 Uhr

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