Festnahmen

Ex-Soldaten aus Süddeutschland sollen Söldnertruppe geplant haben

Zwei frühere Bundeswehrangehörige aus Bayern und Baden-Württemberg wollten angeblich eine Söldner-Armee im Jemen-Krieg aufstellen.

21.10.2021

Von Alfred Wiedemann

Sanaa im Jemen: Ein Wachposten mit Polizisten der Huthi-Rebellen. Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten wollten anscheinend mit einer Söldnertruppe im Bürgerkriegsland viel geld verdienen.

Sanaa im Jemen: Ein Wachposten mit Polizisten der Huthi-Rebellen. Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten wollten anscheinend mit einer Söldnertruppe im Bürgerkriegsland viel geld verdienen.

Calw/München. Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten sind am Mittwoch festgenommen worden. Sie sollen versucht haben, eine terroristische Vereinigung zu gründen. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit. Arend-Adolf G. und Achim A. wurden im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und in München von Spezialkräften der Bundespolizei gefasst. Die 52 und 60 Jahre alten Männer kamen in U-Haft. Die Wohnungen der Verdächtigen im Kreis Calw und in München seien durchsucht worden, außerdem Räumlichkeiten von vier weiteren Personen in Baden-Württemberg und Bayern.

Nach Informationen von „Spiegel online“ sollen die Männer nach ihrer Bundeswehrzeit für ein internationales Sicherheitsunternehmen gearbeitet haben. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) soll von einem Ex-Soldaten, der Ziel ihrer Anwerbeversuchen war, informiert worden sein. Die Militärs haben dann die zivilen Ermittler eingeschaltet.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, war einer der Beschuldigten bis 1983 zwei Jahre lang Zeitsoldat bei der Jägergruppe. Zuletzt war er 2009 im Reservistendienst. Der zweite Mann war vier Jahre Zeitsoldat bei den Fallschirmjägern und schied 1999 aus. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der dpa, es werde eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet. Für das Sicherheitsunternehmen Asgaard gelte ein Beschäftigungsverbot für alle Bundeswehrangehörigen.

Die Festgenommenen sollen als „Rädelsführer“ das Aufstellen einer 100 bis 150 Mann starken Söldnertruppe für den Einsatz im Bürgerkriegsland Jemen geplant haben. „Primäre Triebfeder“ für die seit Anfang 2021 verfolgten Pläne sei ein angepeilter Söldnerlohn von rund 40 000 Euro monatlich für jedes angeworbene Mitglied gewesen, so die Strafverfolger. Die üppige Bezahlung erhofften sich die Verdächtigen vor allem von Saudi-Arabien, finanzstarker Akteur im seit Jahren tobenden Krieg im Jemen. Alle Kontaktversuche mit den Saudis seien aber erfolglos gewesen.