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"Beratungsprovision war Marktüblich"

Ex-Manager räumt Schmiergeldzahlung ein

Ein Ex-Manager des Panzerbauers KMW räumt in der Griechenland-Schmiergeldaffäre ein: Ohne Zahlungen sei kein Vertrag zustande gekommen.

20.10.2015
  • DPA

München Ein ehemaliger Manager des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) steht in der Griechenland-Schmiergeldaffäre wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, versuchten Betrugs und Geldwäsche vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, sich beim Verkauf von Panzerhaubitzen im Jahr 2001 an Griechenland an Schmiergeldzahlungen beteiligt und bei der Gelegenheit 1,15 Mio. EUR für sich selbst abgezweigt zu haben.

Der Angeklagte sagte vor dem Landgericht München: "Es war bekannt, dass in südosteuropäischen Ländern ohne diese Zahlungen Verträge nicht zustande kommen." KMW habe nie selbst "nützliche Aufwendungen" geleistet. Auslandsgeschäfte liefen aber fast immer über Vertreter und Vermittler vor Ort. Bei Aufträgen von mehr als 100 Mio. EUR seien 2 bis 3 Prozent Vermittlungs- und Beratungsprovision marktüblich. Zum inzwischen verjährten Vorwurf der Bestechung und zur Anklage, gut 1 Mio. EUR selbst eingesteckt zu haben, äußerte sich der ehemalige Vizepräsident für internationales Marketing nicht. Er sei mit lediglich gut 6000 EUR netto Monatsgehalt unterdurchschnittlich bezahlt worden und habe sich frustriert gefühlt. Der 72-Jährige sitzt seit Januar in Untersuchungshaft.

Griechenland hatte 2001 von KMW für 188 Mio. EUR insgesamt 24 Panzerhaubitzen gekauft. Laut Anklage sollen dabei 7,9 Mio. EUR Schmiergeld geflossen sein - auch der damalige griechische Verteidigungsminister soll Geld bekommen haben. Die Bestechung soll über einen griechischen Partner gelaufen und als Beraterhonorar verschleiert worden sein.

Dem KMW-Konzern legt die Staatsanwaltschaft wegen der Absetzung der Beraterhonorare einen nicht gerechtfertigten Steuervorteil zur Last. Das wäre als Ordnungswidrigkeit strafbar. Allerdings sei nicht nachzuweisen, dass der heutige Aufsichtsratschef Manfred Bode oder die anderen Manager, die die Bilanzen jener Jahre unterzeichnet hatten, von der Bestechung wussten, sagte der Staatsanwalt.

KMW hatte den Ex-Manager 2014 auf Rückzahlung des angeblich eingesteckten Bestechungsgeldes verklagt, die Klage aber zurückgezogen, weil der Mann den Vorwurf vor Gericht mit einer eidesstattlichen Erklärung bestritten hatte. Die Anklage wirft ihm deshalb auch versuchten Prozessbetrug vor.

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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