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Interview

„Es wird niemand vorgeführt“

Mark Forster über die neue „The Voice of Germany“-Staffel – und warum nicht jedem der Durchbruch gelingt.

12.09.2019

Von CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Sein Markenzeichen ist die Baseballkappe: Mark Forster am Rande der Pro?7-Show „The Voice of Germany“. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin. Bei der Castingshow „The Voice of Germany“ dreht sich wieder mal das Personalkarussell: Gleich mehrere Coaches haben ihre Sessel geräumt, nur Mark Forster bleibt an Bord, wenn am Donnerstag die neuen Folgen der Castingshow starten. Gemeinsam mit Sido, Rea Garvey und Alice Merton sucht der 35-Jährige wieder nach dem besten Sänger oder der besten Sängerin. Die vorige Staffel gewann der Student Samuel Rösch, dessen großer Durchbruch bislang aber ausblieb.

In der neuen Staffel von „The Voice of Germany“ müssen alle Jury-Sessel außer Ihrem neu besetzt werden. Was ist denn da passiert?

Mark Forster: Tja, ich habe eben alle anderen gezielt vergrault, aber leider werden sie ja jetzt von neuen Coaches ersetzt (lacht). Nein, Spaß beiseite: Ich habe die anderen natürlich nicht vergrault, ich habe die Jungs von den Fantastischen Vier geliebt, auch Michael Patrick Kelly, und sogar Yvonne Catterfeld habe ich ins Herz geschlossen, aber ich freue mich auch über die neuen Kollegen. Es ist eine sehr coole Runde in diesem Jahr.

„The Voice“ hat einen besseren Ruf als viele andere Castingshows…

Bei uns stehen die Musik und die Stimme im Vordergrund, nicht das Aussehen oder andere Dinge. Es wird super respektvoll mit den Talenten umgegangen und es wird niemand vorgeführt oder lächerlich gemacht. Ich habe auch das Gefühl, dass gerade die Talente, die am besten singen und Musik am ernstesten nehmen, zu „The Voice of Germany“ kommen. Die Show steht einfach für Qualität.

Zuletzt wurde kritisiert, dass das Kabbeln unter den Juroren zu sehr im Fokus stand. Soll die Musik wieder mehr im Vordergrund stehen?

Auf jeden Fall. Alle Coaches meinen es ernst damit, jemanden zu finden, mit dem man nach der Sendung eine Karriere starten kann. Wir sind, glaube ich, die kritischste und schwierigste Coachbesetzung, die es je gab, so schwer wie dieses Jahr war es noch nie, den Sprung von den Blind Auditions in die Phase mit den Battles zu schaffen, und ich glaube die musikalische Qualität ist diesmal sehr hoch

Die wenigsten Sieger von „The Voice of Germany“ sind bislang so richtig durchgestartet. Woran liegt's?

Das Missverständnis in den letzten Jahren war, dass man als Gewinner der Show quasi die Abkürzung nimmt und sofort ein Superstar ist. Das ist natürlich Quatsch. Aber die Teilnahme bei „The Voice“ kann ein Türöffner und ein guter Einstieg sein in die Musikwelt. Wenn man bereit ist, danach viel zu arbeiten und zu investieren, kann es zeitverzögert klappen, so wie bei Max Giesinger und Michael Schulte. Die beiden haben „The Voice“ zwar nicht gewonnen, aber sie haben es in die Liveshows geschafft und danach eine Karriere gestartet.

Was ist Ihr wichtigster Rat an die Kandidaten?

Man muss das Ganze als schönes Abenteuer nehmen, als spannende Reise – und als Angebot. Das Feedback, das man von uns Coaches und unseren Teams bekommt, ist immer total konstruktiv, und da kann man eine Menge lernen.

Vor welchen Herausforderungen stehen junge Musiker heute?

Die ganze Welt hat sich extrem verändert durch die sozialen Medien und dadurch, dass man Musik nicht mehr auf einem Tonträger kaufen muss, sondern auf YouTube oder bei Streamingportalen wie Spotify hören kann. Früher musste ein junger Künstler Musik auf Kassette aufnehmen oder eine CD brennen, heute hat jeder auf seinem Laptop ein Musikprogramm, mit dem er schon vernünftige Produktionen machen kann. Das ist zwar total geil, weil jeder den Zugang hat, aber die Konkurrenz wird dadurch unermesslich groß. Man muss schon was Besonderes machen, um da noch herauszustechen.

Und sich zum Beispiel ein Markenzeichen zulegen, so wie Sie die Baseballkappen. Tun Sie Ihren Fans in der neuen Staffel mal den Gefallen und zeigen sich ohne Kopfbedeckung?

Natürlich nicht, dann würde ich wie Dracula im Sonnenlicht zu Staub zerfallen (lacht). Wenn ich mein Käppi absetze und eine andere Brille aufsetze, dann erkennt mich nämlich keiner, wenn ich einkaufen gehe oder zum Bahnhof. Das ist für mein Leben sehr nützlich, und das will ich mir natürlich nicht selber wegnehmen.

Dass Sie mal ein Star werden, war Ihnen nicht in die Wiege gelegt. Sie haben zunächst BWL studiert und dann beim Pilgern beschlossen, Musiker zu werden…

Ich bin den Jakobsweg gegangen und habe dort über ganz viele Sachen nachgedacht. Dort habe ich den Entschluss gefasst, dass ich es mal probieren will mit der Musik, dass ich da Zeit und Muße investieren und es angehen will.

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Erstellt:
12. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 06:00 Uhr

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