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Es wimmelt in immer mehr Städten
Kimberley Hoffman zeichnet am Heidelberger Marktplatz eine Frau, die im Wimmelbuch erscheinen soll. Foto: dpa
Knallbunte Bilderbücher sind ein wachsender Markt und werden vielerorts maßgeschneidert

Es wimmelt in immer mehr Städten

Spielende Kinder, küssende Paare: Die Welt der Wimmelbücher besteht aus Alltagsgeschichten in Bildern. Ein wachsender Markt sind regionale Ausgaben.

19.08.2016
  • CHRISTINE CORNELIUS, DPA

Heidelberg. Viele Erwachsene kennen sie noch aus ihrer eigenen Kindheit und entdecken sie mit ihrem Nachwuchs neu: Wimmelbücher liegen im Trend. Darin gibt es viel zu entdecken, auf jeder Seite wimmelt es von Geschichten – daher der Name. Neben den klassischen Themen wie Baustelle oder Bauernhof entstehen immer mehr regionale Ausgaben der bunten Bilderbücher. Stuttgart, München und Berlin haben zum Beispiel eines, viele weitere Städte sollen folgen. Gerade entsteht ein Wimmelbuch zu Heidelberg.

Zeichnerin Kimberley Hoffman sitzt auf dem Marktplatz der Touristenstadt und porträtiert Menschen, die gern in dem Bilderbuch auftauchen möchten. Es kommen vor allem Mütter oder Großmütter mit Kindern. Die Porträtierten werden sich später im Heidelberger Zoo, auf einem Ausflugsschiff oder auf der Aussichtsplattform des Schlosses wiederfinden.

„Wir haben vor zwei Jahren angefangen, regionale Wimmelbücher zu machen, das erste über Stuttgart“, sagt die Leiterin des Silberburg-Verlags, Christel Werner. „Es hat großen Gefallen gefunden, dass die Leute ihre Heimat wiederentdecken können oder den Ort, an dem sie im Urlaub waren.“ Auch über die Schwäbische Alb gibt es eines. Neben einem Wimmelbuch zu Heidelberg entsteht eines zum Bodensee. Beide sollen im Frühjahr erscheinen. Karlsruhe und Freiburg sind demnach in Planung.

Aus Sicht der Stiftung Lesen sind Wimmelbücher besonders geeignet zur Sprachförderung von Kindern. Die regionalen Wimmelbücher hätten besonderen Charme. „Die Kinder haben das ,in echt' schon einmal gesehen oder werden neugierig aufs Entdecken“, sagt die Referentin für Leseförderung, Christine Kranz. „Auch der Identifikationsfaktor ist hoch: Das ist bei uns.“

Der Wimmelbuchverlag in Berlin hat ebenso noch einige Städte auf der Liste. „Nürnberg kommt noch, da sind wir schon länger dran“, sagt der Vertreter für Berlin und Bayern, Jürgen Stelling. Städte mit der Größe von Heidelberg kämen für den Wimmelbuchverlag nicht infrage. „Die Auflage muss sich lohnen. Schon bei Nürnberg war es nicht so einfach, das durchzusetzen.“

Als Wimmelbuch-Schöpfer gilt Ali Mitgutsch, dessen farbenfrohe Bilderbücher ohne Worte auskommen und Kinder seit 1968 begeistern. Heute gibt es sie von vielen Verlagen mit unterschiedlichen Illustratoren, bekannt sind auch die Bücher von Rotraut Susanne Berner. Wimmelbücher zeichnen, das kann nicht jeder. „Auf jeden Fall braucht man viel Geduld, um so etwas zu machen“, sagt Angelika Ullmann von der Illustratoren-Organisation. „Man muss Personen zeichnen können, und wenn es um eine Stadtansicht geht, muss man auch im perspektivischen Zeichnen geschult sein.“

Die Heidelberger Porträtierten scheinen zufrieden mit dem Resultat, obwohl es für viele ungewohnt ist, sich selbst als Zeichnung anzuschauen. „Ein bissl streng, gell?“, sagt eine Frau und lacht, als sie ihr Porträt sieht. Kimberley Hoffman schüttelt den Kopf. „Ich finde, Sie haben ein sehr schönes Gesicht. Sie sind eine starke Frau.“

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19.08.2016, 06:00 Uhr
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