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Es wiehert in ehemaligen Kuhställen
Pferdewirtin Andrea Knauer streichelt einen ihrer Schützlinge auf dem Rappenhof bei der Solitude. Foto: Ferdinando Iannone
Stallbetrieb

Es wiehert in ehemaligen Kuhställen

Immer mehr Bauern rund um Stuttgart satteln um auf die Pferdewirtschaft. Im Landkreis Esslingen gibt es inzwischen mehr Rösser als Kühe.

23.09.2017
  • BARBARA WOLLY

Stuttgart. Hape ist zappelig. Der 15-jährige Wallach wird gerade vor dem noch ganz nach frischem Holz riechenden Stall geputzt und schaut dabei unruhig in alle Richtungen. Da er erst vor einigen Tagen seinen neuen Stall bezogen hat, muss er sich noch mit der neuen Umgebung vertraut machen. Seine Artgenossen stehen dagegen schon entspannt in dem großen Offenstallgelände oder haben sich gleich der Länge nach in eine der mit weichem Füllmaterial ausgestatteten Ruheboxen abgelegt.

Andrea Knauer ist von Beruf Pferdewirtin Zucht und Haltung. Sie betreibt in vierter Generation den hoch über der ehemaligen Solitude-Rennstrecke idyllisch gelegenen Rappenhof. Dieser besitzt die derzeit neueste und wohl auch modernste Stallanlage im weiten Umkreis. Vor knapp zwei Wochen haben 30 Pferde das über 5000 Quadratmeter große Areal bezogen. 500 000 Euro haben die Knauers investiert.

Parallel sind auf dem Betrieb Pferde auch weiter in Einzelboxen aufgestallt. Als moderner und artgerechter gilt aber die Haltung in sogenannten Aktivställen, in denen sich die Tiere 24 Stunden lang in der Gruppe frei bewegen können. Im Februar hatten die Landwirtin und ihr Mann die Pläne für den neuen Stall auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. Knapp drei Wochen später war der Stall mit Pferden aus Stuttgart, Ludwigsburg oder Pforzheim komplett belegt. 475 Euro monatlich kostet ein Platz.

Wegen des vorbildlichen, tiernahen Haltungskonzepts hat die EU die Leonberger Anlage mitfinanziert. Pferde sind Bewegungstiere, die sich bis zu 16 Stunden täglich im Schritt bewegen und dabei ihre Nahrung aufnehmen. Diesem Verhalten in der Natur kommt ein Aktivstall wie der auf dem Rappenhof sehr nahe. „Wenn wir den neuen Stall nicht gebaut hätten, wäre die Nachfrage zurückgegangen. Deshalb mussten wir handeln“, sagt die junge Frau.

Früher standen auch auf dem Rappenhof keine Pferde, sondern Kühe und Schweine im Stall. Damit ist er typisch für die Entwicklung von vielen Betrieben. „Im Landkreis Ludwigsburg haben wir derzeit mit 2000 Pferden dreimal so viele Pferde wie 1979.“

„Diese Zunahme hängt vorwiegend mit der Wiederentdeckung des Pferdes für den Breitensport und der Freizeitbeschäftigung mit Tieren zusammen“, sagt Andreas Fritz vom Landratsamt Ludwigsburg. Seit 1979 sind mehr und mehr Pferdepensionsbetriebe entstanden, die aus der Milchviehhaltung ausgestiegen sind und einen neuen Betriebszweig begonnen haben. So nahm im Landkreis Esslingen die Zahl der Pferde seit 2010 um 16 Prozent zu und übersteigt mit 2600 Pferden deutlich die Anzahl der im Kreis gehaltenen Kühe. Im Landkreis Böblingen ist die Tierhaltung insgesamt um fünf Prozent zurückgegangen, die Anzahl der Pferde mit 2200 Tieren dagegen stabil geblieben.

Parallel zur wachsenden Pferdehaltung entstehen neue Aktivitäten, die nicht mehr viel mit der klassischen Reiterei zu tun haben. Neben den Freizeitreitern gibt es die Fans des Westernreitens, der Gangpferde, von Gelassenheitsprüfungen oder Ausdauerreiten. Die landwirtschaftlichen Abteilungen der Landratsämter satteln um und konzentrieren sich zunehmend auf Pferdebetriebe.

„Wir haben vor kurzem zu einem ersten Pferdestammtisch eingeladen“, berichtet Meike Löhr vom Landratsamt Böblingen, „und waren überrascht vom starken Zuspruch.“ In diesem Treffen ging es darum, welche Versicherungen für einen Pferdebetrieb gebraucht werden. Am heutigen Samstag findet ein Erster-Hilfe Kurs für typische Unfälle im Stall und beim Reiten statt.

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23.09.2017, 06:00 Uhr
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