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Konzerte

Es muss ja nicht immer Bach sein

Mit Hans-Christoph Rademanns „Tyrannensturz“ geht das Musikfest Stuttgart spektakulär zu Ende.

12.09.2017
  • HANNS-HORST BAUER

Stuttgart. Kein Hüsteln, kein Räuspern, kein Knistern – und das gut drei Stunden lang bei einem Oratorium von Georg Friedrich Händel! Mit einer hochdramatischen, geradezu opernhaften Musik-Inszenierung hat Hans-Christoph Rademann die Konzertbesucher im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle, unter ihnen auch Winfried und Gerlinde Kretschmann, in Bann geschlagen. Nun gab es allerdings beim Schlusskonzert des zweiwöchigen Musikfests auch keinen andachtsvollen „Belshazzar“ (HWV 61) von Anno 1745, sondern, dem Freiheits-Motto des Fests geschuldet, einen veritablen „Tyrannensturz“, wobei Händels Oratorien ja ohnehin mehr zur gehobenen gesellschaftlichen Unterhaltung als zur geistig-geistlichen Erbauung geschrieben waren.

So spektakulär der Titel im Programmheft war, so unter die Haut ging auch die Musik, zeitversetzt live auch auf SWR2 zu hören. Nach dem Erfolg mit Händels „L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato“ im vergangenen Jahr setzte der Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart erneut auf den Meister aus Halle. Es muss ja nicht immer Bach sein.

Hans-Christoph Rademann entfachte mit seiner Gaechinger Cantorey mit großer, weit ausholender Gestik instrumentale und vokale Hochspannung, die sich höchst differenziert entlud, einmal in ganz wunderbaren Pianissimi im Orchester, zum andern in gewaltigen Ausbrüchen von Chor und Orchester, etwa in der großen Menetekel-Schlüsselszene. Faszinierend nicht nur Präzision und Artikulation des exquisiten Chors, sondern auch die solistischen Qualitäten des auf Originalinstrumenten musizierenden Orchesters. Das war Nikolaus Harnoncourts vielzitierte „Klangrede“ par excellence.

Jubel und rote Rosen

Den Vokalsolisten gelangen auf der in stimmungsvolles Licht getauchten Bühne vortreffliche Rollenportraits: James Gilchrist (Belshazzar) Robin Johannsen (Nitocris), Terry Wey (Cyrus), Wiebke Lehmkuhl (Daniel) und Peter Harvey (Gobrias), wobei zum packenden Erlebnis nicht zuletzt auch die deutschen Übertitel beitrugen. So konnte man hautnah miterleben, durch welche Turbulenzen und Gefühlsexplosionen es zur Befreiung des jüdischen Volks aus der babylonischen Gefangenschaft kam.

Großer Jubel und rote Rosen am Schluss für Chor, Orchester, Solisten und natürlich für Hans-Christoph Rademann, der sich sicherlich schon überlegt hat, welchen Händel er beim Musikfest im kommenden Jahr, Motto „Krieg und Frieden“, vorstellen wird. Hanns-Horst Bauer

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12.09.2017, 06:00 Uhr
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