Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Es ist eng in der Stadt
In Heumaden sind neue Wohnanlagen entstanden. Insgesamt wurden in Stuttgart im Jahr 2015 rund 2100 Wohnungen, im vergangenen Jahr 2400 Wohnungen fertiggestellt. Noch immer ist der Bedarf deutlich größer als das Angebot. Foto: Ferdinando Iannone
Wohnungsbau

Es ist eng in der Stadt

Günstiger Wohnraum in Stuttgart ist rar. Der Bedarf wächst, nicht aber die Stadt. Erst seit zwei Jahren gibt es verstärkt Neubau-Projekte.

09.10.2017
  • BARBARA WOLLNY

Wohnungsbau. In der Landeshauptstadt wird deutlich mehr als in den Vorjahren gebaut, für die bisherige Nachfrage aber immer noch zu wenig. Die Preise gehen daher weiter durch die Decke. Auch im Umland wird es teurer. Der bundesweite Bauboom stößt in Stuttgart an seine Grenzen: Es fehlt an Flächen. „Die Bauträger stehen Schlange. Es ist investitionssicher, in der Innenstadt zu bauen“, sagt Axel Fricke vom Stadtplanungsamt. „Nur in Stammheim gibt es derzeit noch Flächen für Einzelhäuser.“

Die Nachfrage nach Grundstücken und Einfamilienhäusern ist ungebrochen. Durch die niedrigen Zinsen und fehlende Anlage-Alternativen kommen immer weniger Objekte zum Verkauf. Die Preise für Grundstücke haben sich im vergangenen Jahr bis zu 35 Prozent nach oben entwickelt. In sehr guter Halbhöhenlage von Stuttgart kann man mit Preisen bis zu 3,5 Millionen Euro für ein Einfamilienhaus rechnen, sagt Kerstin Schmid von der Immobilienfirma Ellwanger&Geiger.

Jahrelang wurde zu wenig für den rapiden Bevölkerungszuwachs gebaut. Während die Einwohnerzahl seit 2010 um acht Prozent auf zuletzt 610 000 Stuttgarter kletterte, wuchs die Anzahl der Wohnungen lediglich um drei Prozent auf 308 000 Wohnungen. Was dazu führte, dass Stuttgart seit Jahren eine der Metropolregionen mit den höchsten Steigerungen bei den Immobilienpreisen ist – nur noch von München und Frankfurt übertrumpft.

Zusammenrücken reicht nicht

Luxusobjekte wie Wohnungen auf der Killesberg Höhe oder im Wohnturm Cloud No 7 haben schnell ihre Käufer gefunden. Die derzeit teuerste Bleibe, eine Maisonette-Wohnung an der Robert-Bosch-Straße, kostet 15 600 Euro pro Quadratmeter. Was fehlt, ist bezahlbarer Wohnraum. Die Stadt führt eine Zeitstufenliste mit verfügbaren Flächen, es gibt das Innenentwicklungsmodell und seit ein paar Jahren das Bündnis für Wohnen. Als Ziele sind mindestens 1800 Neubauten im Jahr, davon 600 im geförderten Wohnungsbau, formuliert, die bisher nicht erreicht wurden.

Erst seit zwei Jahren wird Gas gegeben. Rund 2100 Wohnungen wurden 2015 und 2400 Wohnungen in 2016 fertiggestellt. „Die Stadt ist im Umbruch und stark dynamisiert“, sagt Fricke. Aktuell sind im Wohnungsbauprogramm 182 Baugebiete auf 250 Hektar ausgewiesen mit einem Potential von 24 000 neuen Wohnungen. Darin eingeschlossen sind 800 Baulücken, die größtenteils im Privatbesitz sind. Für eine Stadt von der Größe Stuttgarts ist das nicht viel. Außerdem werden 6000 dieser Wohnungen erst nach 2025 planbar sein. Es handelt sich um die freiwerdenden S 21-Gleisflächen im Rosensteinviertel.

Aktuell in Bau befindlich sind 34 Gebiete mit knapp 3000 Wohnungen. Eines der größten Bauvorhaben ist das Areal des ehemaligen Kinderkrankenhauses Olgäle. Dort werden 116 geförderte und insgesamt 225 neue Wohnungen errichtet. Nachdem 2016 nur insgesamt 100 Sozialmietwohnungen fertiggestellt wurden, werden es dieses Jahr vermutlich 400 sein. Weitere große Wohnbauprojekte finden sich am Neckarpark (900 Wohnungen), auf dem ehemaligen EnBW Gelände in der Hackstraße (800), am Europaplatz (300), am Feuerbacher Bahnhof (160) und am Killesberg (100).

Doch Stadterweiterungen sind in Stuttgart kein Thema. Ebenso wenig soll aufgrund der klimatischen Besonderheiten und der Attraktivität der Stadt das Verhältnis von 50 Prozent besiedelter und 50 Prozent unbebauter Flächen angekratzt werden. Das erfordert Wachstum nach „Stuttgarter Maß“ – im Klartext Nachverdichtung. Während in der Region Stuttgart ein Richtwert von 45 Wohnungen pro Hektar gilt, werden bei Neubauflächen schon bis zu 90 gebaut.

Auch wenn das Bevölkerungswachstum seit 2017 stagniert und die Nachfrage zurückgegangen ist: Das Zusammenrücken allein wird nicht ausreichen. „Wir müssen regionaler denken. Wohnen in der Metropolregion Stuttgart mit 5,5 Millionen Einwohnern ist gemeinschaftlich anzugehen. Die Stadt allein kann nicht die Wohnprobleme lösen“, sagt Fricke. Eine neue Arbeitsgemeinschaft will das noch im Herbst bei einer ersten Sitzung angehen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.10.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular