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Die Samentüten zücken

Es gibt noch Zuschüsse für Bäume, Teiche oder Fledermauskästen

Etwas mehr Vielfalt soll in die Stadt kommen. Dafür hat Tübingen noch immer einen mit 10.000 Euro gefüllten Zuschusstopf für ökologisch orientierte Hobbygärtner.

25.08.2015

Von Mario Beisswenger

Tübingen. Beton raus, Nussbaum rein in den Hinterhof. Kosten: 6000 Euro, städtischer Zuschuss 1750 Euro. Das Projekt in Tübingen ist ganz nach Vorstellung von Hans-Peter Kern. Er wickelt bei der Stadt das Förderprogramm Biodiversität ab. „Da wurde entsiegelt, begrünt und ein Baum gepflanzt.“

Seit vergangenem Jahr ist der städtische Zuschusstopf dafür mit 20.000 Euro gefüllt. Erst 10.000 davon wurden abgerufen. Dabei lohnt sich der Aufwand für den Antrag. Fürs ökologisch korrekte Gärtchen plus begrüntem Zaun und Fassaden vergab die Stadt zum Beispiel bei gut 1000 Euro anrechenbarer Kosten einen Zuschuss von 400 Euro.

Dafür verlangt Kern aber auch was von den Privatleuten. Verwendete Erden müssen etwa torffrei, Holz muss zertifiziert sein. Zuschüsse zahlt die Stadt auch nur für heimische Pflanzen, die der Biodiversität auch was nützen. „Irgendwelche Hybriden aus dem Baumarkt bringen da oft gar nichts. Pflanzen ohne Pollen und Nektar wollen wir nicht haben.“ Schließlich sollen hiesige Insekten von dem subventionierten Bunt profitieren und die Krabbeltiere wieder Nahrungsgrundlage sein für Vögel oder Eidechsen.

Wenn Kern etwas bedauert, dann dass das Projekt zunächst nur auf ein Jahr angelegt war. „Andere Kommunen denken da langfristiger.“ Es gebe sogar ein Bündnis von Kommunen für biologische Vielfalt. Mehr Grün in die Stadt holen, sei schließlich eine Möglichkeit, die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Die Nachfrage nach den Fördermitteln war allerdings nicht ganz so überwältigend. Gefloppt ist die Förderung für Firmenprojekte. Aber da war der für 2014 eingestellte Betrag von 7000 Euro wohl zu knapp. Eine Firma, die ihren Innenhof umgestalten will, gibt leicht mal 30 oder 40.000 Euro aus. Da sind Kleinzuschüsse nicht entscheidungsrelevant. Jedenfalls gab es für diesen Topf nur eine Handvoll Anfragen, aber keine Anträge.

Dieses Geld steht dafür dieses Jahr auch noch Privatpersonen zu Verfügung. Bislang bewilligte die Stadt 23 Anträge und will sie mit knapp 9350 Euro unterstützen. 10.000 Euro füllen noch den Zuschusstopf. Anträge dafür müssen bis 31. Oktober bei der Stadt eingehen (siehe unten).

Jan Bühler hat schon zugegriffen. Nachdem das Dach seiner Doppelgarage in der Südstadt repariert werden musste, wollte er eine Dachbegrünung haben. Er hätte das auch ohne Zuschuss gemacht. „Das war das Bonbon oben drauf.“ Einer grünen Stadt stehe das Förderprogramm aber gut an. Die Abwicklung fand er recht unbürokratisch. „Das hat nichts komplizierter gemacht.“

Caroline Schmidt bekam auch einen Zuschuss für die Garten-Aufwertung. Beim Ausfüllen des Antrags fiel ihr auf, dass sie sich schon zuvor an die Biodiversitätsvorgaben der Stadt gehalten hatte. Die Vorschriften findet sie in Ordnung: „Ich finde das gut, dann setzt man sich damit auseinander.“ Ihren Freunden und Bekannten hat sie die Förderung schon empfohlen, „aber wir haben nicht so viel Bekannte, die gerade jetzt einen Garten selbst bestücken können“.

Kern hätte es auch deshalb ganz gerne, wenn es weiter einen Förderetat gibt. „Es macht keinen Sinn, das nur ein Jahr laufen zu lassen.“ Längerfristige Vorhaben, die man vielleicht auch mal mit den Nachbarn bereden müsste, könne die Stadt sonst gar nicht anstoßen.

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Erstellt:
25. August 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
25. August 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. August 2015, 12:00 Uhr

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