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Es geht um Gier und Bosheit
Wird heute 75: die Schriftstellerin Donna Leon. Foto: dpa
Krimi

Es geht um Gier und Bosheit

Donna Leon wird 75. Die Schöpferin des Kommissars Brunetti interessieren Irrungen und Machenschaften.

28.09.2017
  • DPA

Ernen. Donna Leon ist im Gespräch wie ein lebendiges Buch. Mal hält sie die Finger wie Zangen an die Schläfen und imitiert eine Zecke, um zu zeigen, wie angstbesessen Amerikaner sind. Oder sie macht vor, wie sie sich aus Frust über die Nachrichten nach dem Wahlsieg von Donald Trump das Onlinezeitung-Lesen abgewöhnte: Sie reißt die Augen auf und stöhnt mit tiefer Stimme: „Cooooold Turkey“ – kalter Entzug. Heute wird sie 75. Es werde ein Tag wie jeder andere, sagt sie. „Ich bin echt nicht der Feiertyp.“

Eigentlich dreht sich bei der Amerikanerin Leon nichts um die USA und alles um Venedig. Dort war sie jahrzehntelang zu Hause, dort deckt ihr feinfühliger, belesener Commissario Brunetti trotz Korruption und Sumpf Verbrechen auf.

Nach Italien war Leon als Studentin gekommen. Sie unterrichtete dort als Literaturwissenschaftlerin englische Literatur, dann flüchtete sie vor den Touristen. „Die Stadt ist dazu verdammt, noch kitschiger, geschmackloser und hässlicher zu werden.“ Und diese Touristen! „Das ist eines der Rätsel der Menschheit. Wenn jemand ständig Bermudas, Tennisschuhe und T-Shirt trägt, wieso läuft er dann mit einem Koffer herum, der größer ist als er selbst?“

Leon lebt seit Jahren in einem Dorf in Graubünden in der Schweiz, nahe der italienischen Grenze. „Bald kann ich einen Pass beantragen“, sagt sie. „Ich mag die Vorstellung, bald Europäerin zu sein.“

Mit den Brunetti-Krimis hat Leon ein Genre jenseits des Schemas „Mord-ermitteln-Täter überführen“ geschaffen. Wer bei Krimis am Ende die Bösen überführt und hinter Gitter sehen möchte, ist falsch bei ihr. „Mich interessiert weniger das Wer als das Warum“, sagt sie. „Ich will wissen, was jemanden zu der Tat getrieben hat.“

So endet nicht jeder Brunetti mit einem überführten Mörder. Und manchmal ist am Ende nicht mal ganz klar, ob es überhaupt einen Mord gab. Vielmehr spürt Leon menschlichen Irrungen, gesellschaftlichen Zwängen, politischen Machenschaften nach.

Der Brunetti 2018 ist schon fertig. „Es geht um Gier und Bosheit, ganz klassisch, zurück zu den Krimi-Standards“, sagt Leon. Der englische Titel: „The Temptation of Forgiveness“ heißt übersetzt „Die Versuchung des Vergebens“. Der deutsche Titel steht noch nicht fest. dpa

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28.09.2017, 06:00 Uhr
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