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„Es gab schlimmere Väter“
Bewundert die politischen Leistungen seines Vaters: Peter Brandt . Foto: Barbara Wollny
Kanzlerkinder · Peter Brandt

„Es gab schlimmere Väter“

Willy Brandts ältester Sohn gibt in Esslingen Einblicke in seine Familiengeschichte.

13.11.2017
  • BARBARA WOLLNY

Esslingen. Manchmal, wenn Peter Brandt beim Nachdenken auf den Boden blickt, sieht man die Ähnlichkeit zu Vater Willy. Bei der Sprache aber gibt es Unterschiede. Beim früheren SPD-Bundeskanzler (1913 - 1992) erinnert man sich an temperamentvolle Äußerungen, Peter Brandt indes ist Wissenschaftler. Der Historiker, der an der Fernuni Hagen neuere deutsche Geschichte lehrte, wägt im Gespräch (Motto: „Kanzlerkinder“) mit dem Journalisten Alexander Maier im Esslinger Ecovent-Veranstaltungszentrum seine Antworten sorgfältig ab.

„Es gab schlimmere Väter. Aber das Verhältnis zwischen dem ältesten Sohn und dem Vater ist ja meist nicht ganz einfach. Heute kann ich darüber lachen. Mit 20 Jahren hätte ich zu diesem Thema jedes Gespräch verweigert“, erzählt der inzwischen 69-Jährige freimütig. Man müsse sich als Sohn eines berühmten Vaters entscheiden, ob man seinen eigenen Weg oder weiter im Windschatten des berühmten Vaters gehe. Für ihn kam nur die erste Möglichkeit in Betracht.

Im Berlin der 50er und 60er Jahre wuchs er als Sohn des damaligen Bürgermeisters zwar in einer Frontstadt auf, aber noch ohne Personenschutz und in einem kleinen Reihenhaus. Seine später geborenen Brüder, der Schriftsteller Lars und Schauspieler Matthias, hätten es da sehr viel schwerer gehabt, mit der dann schon übergroßen Vaterfigur heranzuwachsen.

Willy Brandt ließ seinen Söhnen – auch weil er selten zu Hause war – viele Freiheiten. Zu Konflikten kam es, als Peter als politisch links stehender Oberschüler auch die Politik seines Vaters kritisierte. Ab Mitte der 70er Jahre hätten sie sich aber sowohl persönlich als auch politisch wieder gut verstanden. Und als er dann, als erster in seiner Familie, an der Uni studierte und den Doktor machte, habe sich sein Vater, der selbst aus sehr einfachen Verhältnissen kam, „richtig gefreut“.

„Als Wissenschaftler ist man trainiert, in Distanz zur eigenen Geschichte zu gehen und damit auch zu einem solchen Vater“, sagt Brandt, der die Person Willy Brandt nicht verehrt, aber seine politischen Leistungen bewundert. „Dass er am Ende seines Lebens von einem ganz breiten politischen Spektrum akzeptiert worden ist als Staatsmann und Weltbürger, habe ich ihm sehr gegönnt. Er hatte die Fähigkeit, ganz unterschiedliche Menschengruppen anzusprechen und ihnen das Gefühl zu geben: Das ist unser Mann.“ Barbara Wollny

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13.11.2017, 06:00 Uhr
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