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Hilferuf der Tafelläden

Es fehlen Lebensmittelspenden und viele ehrenamtliche Helfer

Die Tafelläden im Landkreis brauchen mehr ehrenamtliche Mitarbeiter. Denn außer den bisherigen Kunden kommen nun auch die Flüchtlinge. Der Aufwand ist bald nicht mehr zu bewältigen.

05.10.2015
  • Nikolas Wick

Tübingen. „Seit etwa einem Jahr haben wir eine deutlich höhere Kundenzahl. Seit dem Ende der Sommerferien ist diese Zahl aber nochmal explodiert“, sagt Reinhardt Seibert, zweiter Vorsitzended des Tübinger Tafelladens. Der Grund des Ansturms: Nun kaufen auch Flüchtlinge die günstigen Waren ein. Im vergangenen Jahr noch waren es etwa 80 Kunden, die regelmäßig in den Tafelladen in der Katharinenstraße kamen. Nun sind es zwischen 100 und 130, die für mehr als 350 Personen einkaufen, während die Anzahl der Mitarbeiter von etwa 130 auf 100 gesunken ist.

Mit den vorhandenen Ehrenamtlichen wird der Andrang also nicht mehr lange zu bewältigen sein, obwohl sie sich sehr stark und das auch schon teilweise seit über zehn Jahren engagieren. „Ich mache das, weil ich damit den Leuten wirklich helfen kann“, sagt Monique Patzner. Die Studentin arbeitet seit zwei Wochen im Tafelladen.

Viele Freiwillige hätten sich schon gemeldet, um die Kommunikationsprobleme zu überbrücken und zu übersetzen, so Seibert. Inzwischen wurden auch die Bedingungen zum Erhalt der Kreis-Bonuscard und die Hausregeln in acht Sprachen übersetzt, unter anderem in Arabisch, Türkisch und Eritreisch. „So haben es die Menschen einfacher, die Karte zu bekommen, die sie für den Verkauf hier brauchen“, sagt Seibert.

Die Kunden nehmen die günstigen Lebensmittel und Drogeriewaren dankbar an. Freundlich fragend und zurückhaltend lassen sie sich an der Theke ihre Lebensmittelkörbe packen. Zahira Masaad ist mit ihrer Familie in den Tübinger Tafelladen gekommen. „Wir kommen gerne hierher. Man trifft viele Leute und man bekommt hier Hilfe und Essen“, sagt die 33-jährige Syrerin.

Konflikte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen hat es laut Seibert bislang im Laden noch keine gegeben. Das könne sich allerdings schnell ändern, wenn die Waren knapp würden, glaubt er. Diese werden von Supermärkten, Drogerien, Bäckern, Restaurants, Herstellern und Privatpersonen gespendet. „Vielleicht kalkulieren die Supermärkte in letzter Zeit besser“, sagt der Vorsitzende. Jedenfalls lande in jüngster Zeit weniger bei den Tafelläden.

Ähnliche Probleme schildern auch die Tafelläden in Rottenburg und Mössingen. Auch sie bekommen zur Zeit zu wenig Ware für die vielen Kunden und haben zu wenige ehrenamtliche Mitarbeiter. An vielen Ecken tun sich deswegen Engpässe auf. Alle drei Läden brauchen noch Helfer, die die Waren sortieren und verkaufen. Zwei bis drei Stunden, ein oder mehrmals in der Woche würden „schon sehr viel helfen“, sagt Seibert. Auch mehr regelmäßige Spenden brauchen die Einrichtungen.

Es fehlen Lebensmittelspenden und viele ehrenamtliche Helfer
Mitarbeiter der Tübinger Tafel packen die Lebensmittel für die Kunden in Kisten zusammen. Bild: Wick

Wer Lebensmittel spenden oder sich in einem der Tafelläden engagieren möchte, kann sich direkt in den Läden melden. Der Tübinger Tafelladen ist in der Katharinenstraße 29, Telefon 0 70 71 / 3 47 55, Homepage: www.tuebingertafel.de. Geöffnet ist er dienstags, donnerstags und freitags von 15.30 bis 18 Uhr und mittwochs von 18 bis 20 Uhr. Der Mössinger Tafelladen ist in der Freiherr-vom-Stein-Straße 20 (Untergeschoss des Rathauses), Telefon 0 74 73 / 3 79 25 72, Homepage: www.moessingen.org/Der-Tafelladen.335.0.html. Geöffnet hat er dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr.
Und der Tafelladen in Rottenburg befindet sich in der Straße am Marktplatz 9 neben dem Domgemeindehaus, Telefon 74 72 / 91 53 05, Homepage: www.rottenburger-tafel.de. Geöffnet montags 16 bis 17 Uhr, dienstags 10 bis 11.30 Uhr und 17 bis 18 Uhr, mittwochs 15 bis 16 Uhr, freitags 15.30 bis 17 Uhr.

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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