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VW spürt Skandal - Auftragseingang bleibt stabil

Erster Verlust seit 20 Jahren

Es ist die erste Abrechnung in der Abgas-Affäre. Die Milliardenkosten für den Skandal um manipulierte Diesel lassen eine Erfolgsserie reißen. Die Wolfsburger weisen die ersten roten Zahlen seit Jahrzehnten aus.

29.10.2015
  • . DPA

Wolfsburg Der Abgas-Skandal drückt VW erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder in die roten Zahlen. Im dritten Quartal musste der Konzern wegen der hohen Rückstellungen für die Folgen der Diesel-Manipulationen einen Milliardenverlust ausweisen. Das Drama beendet eine jahrelange Rekordfahrt. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) stehen im dritten Quartal rund 3,5 Mrd. EUR im Minus, und auch unter dem Strich ist das Ergebnis mit minus 1,7 Mrd. EUR tiefrot.

Die Kosten für die Folgen der weltweit 11 Mio. Diesel-Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verdecken, dass sich Europas größter Autobauer eigentlich im dritten Quartal wacker schlug. Trotz der Krisen in Brasilien und Russland und Gegenwinds in China greifen die laufenden Bemühungen um mehr Kostendisziplin. So lief es etwa beim Sorgenkind VW-Pkw besser. Selbst der ehemalige Verlustbringer Seat schreibt schwarze Zahlen.

VW-Chef Matthias Müller hatte ein zweigeteiltes Bilanz-Fazit: "Die Zahlen zeigen einerseits die starke Substanz des Volkswagen-Konzerns, andererseits treten erste Auswirkungen der derzeitigen Situation klar zu Tage. Wir werden alles daran setzen, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen."

Vertriebschef Axel Kalthoff betonte, dass der Skandal bisher weder Absatz noch Bestellungen in Summe negativ beeinflusse. Gleichzeitig räumte er ein, dass die jüngste Marktforschung Vertrauensverluste zeige. Unklar sei, ob und falls ja wann sich das zeige.

Die zentrale Erklärung für den milliardenschweren Quartalsverlust sind rund 6,7 Mrd. EUR hohe Rückstellungen für die Folgen des Skandals. Jedoch gibt es auch ein Gegengewicht: Die Wolfsburger hatten sich im Sommer endgültig vom früheren Partner Suzuki getrennt. Durch den Verkauf der gehaltenen Suzuki-Anteile konnte Volkswagen 1,5 Mrd. EUR als positiven Sondereffekt im Finanzergebnis buchen.

Dass das Nachsteuerergebnis nicht noch schlechter ausfiel, liegt am China-Geschäft der Wolfsburger. Da Volkswagen im Reich der Mitte mit Partnern arbeitet, fließen Gewinne von dort als Beteiligung ins Finanzergebnis und tauchen somit vor Zinsen und Steuern (Ebit) nicht auf. Für die ersten neun Monate 2015 wirkt China fast stabil. Aber: Nach zuletzt sinkendem Absatz wird es auch dort schwieriger. Damit drehen sich jüngst die Vorzeichen, denn zur Halbjahresbilanz hatte China noch mehr abgeworfen als zur selben Zeit des Vorjahres. Die Verluste zwingen die Wolfsburger auch, ihre Jahresziele zu kappen. Das Ergebnis soll 2015 deutlich unter Vorjahr liegen. VW-Finanzvorstand Frank Witter sagte, die Folgen der Abgas-Affäre seien "enorm, aber zu managen". Die Rückstellungen teilten sich in drei Blöcke: Einerseits geht es um die Kosten für die Nachbesserungen, bei denen neben Software-Updates auch neue Bauteile eingesetzt werden. Zudem rechne man auch mit einem Risiko für den Restwert der betroffenen Diesel, die finanziert über die VW-Bank zum Konzern zurückkommen. Und drittens plane VW ein, "unsere Händler in diesen schwierigen Zeiten" zu unterstützen.

Konzernchef Müller kündigte einen Fünf-Punkte-Plan als Reaktion auf den Skandal an. Priorität genieße dabei sowohl die Hilfe für Besitzer manipulierter Diesel-Autos als auch die Aufklärung der Manipulationen. An dritter Stelle folge der Konzernumbau und das Sparprogramm. Punkt vier sei eine neue Unternehmenskultur. Als letzten Punkt kündigte Müller an, die Ziele für das Jahr 2018 zu einer "Strategie 2025" auszubauen.

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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