Pilz-Saison

Erste Fälle von Vergiftung

Von DPA

Mancherorts lässt der nasse Sommer die Gewächse schon üppig sprießen. Doch Vorsicht: Verwechslungsgefahr.

Erste Fälle von Vergiftung

Hochgiftig: der Grüne Knollenblätterpilz. Foto: dpa

Berlin. Aufgrund der frühen und guten Pilzsaison gibt es bislang in einigen Regionen deutlich mehr Anfragen zu Vergiftungsfällen. So schlägt das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) in Göttingen Alarm: „Die Zahl der Pilzvergiftungen ist in diesem Sommer extrem gestiegen“, sagte Co-Chef Andreas Schaper. Alleine im Juli habe es mehr als 130 telefonische Anfragen zu Pilzvergiftungen gegeben. „Dies sind doppelt so viele Fälle wie in den vorherigen Jahren.“ Dieser Trend setzte sich im August fort.

Hauptursache für die Entwicklung seien die derzeit guten Wachstumsbedingungen für Pilze mit viel Feuchtigkeit und Wärme. „Und je mehr Pilze wachsen, desto größer ist die Zahl der Vergiftungen“, so Schaper.

Auch andernorts ist man vorgewarnt: „Wir sind in diesem Jahr mit der Pilzsaison zwei bis drei Wochen früher dran“, sagte der Leiter des Giftinformationszentrums der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen, Andreas Stürer, in Mainz. Daher erwarte er eine der frühesten Vergiftungswellen der letzten 15 bis 20 Jahre.

Warnung vor Pilz-Apps

Nicht überall gibt es mehr Vergiftungsfälle. So verläuft im Südwesten das Pilzjahr laut Vergiftungs-Informations-Zentrale in Freiburg bisher normal. Lediglich bei fünf bis zehn Prozent der Anrufer, die über Beschwerden nach Pilzkonsum klagen, gebe es schwere Gesundheitsprobleme, sagt der Toxikologe Florian Eyer vom Klinikum rechts der Isar in München. Es gebe aber nach wie vor viele unkundige Sammler, die giftige Pilze erwischten. Denn vor allem jüngere Leute wollten Pilze anhand von Apps identifizieren; das sei hochgefährlich. dpa


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21.08.2017 - 06:00 Uhr