Infektionen

Erste Corona-Selbsttests kommen im März in den Handel

Untersuchungs-Sets für den Hausgebrauch könnten Schulöffnungen begleiten und eine schnellere Rückkehr zum normalen Alltag bedeuten. Ein Konzept gibt es aber noch nicht.

16.02.2021

Von DOROTHEE TOREBKO

Die Rückkehr zum „Präsenzunterricht“ hängt auch an der Verfügbarkeit von Schnelltests. Foto: Annette Riedl/dpa

Berlin. Es dauert 15 Minuten und schon ist das Ergebnis da: Corona-Selbsttests könnten zu umfassenderen Schul- und Kitaöffnungen führen, die Arbeit in Pflegeheimen erleichtern und eine schnellere Rückkehr zum normalen Alltag bedeuten. In Deutschland sollen die Tests für den Hausgebrauch ab März erhältlich sein. Das hat das Bundesgesundheitsministerium nun bestätigt. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Wie viele und welche Selbsttests werden zugelassen? Wie teuer sind sie? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält sich bedeckt. Bei der Opposition herrscht Unverständnis.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, betont: „Schnelltests für Schulen, Kitas oder vor Kulturveranstaltungen sind eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie.“ Das sieht auch Linken-Parteichefin Katja Kipping so. „Natürlich muss man darüber aufklären, dass diese Tests maximal für einen Tag Sicherheit garantieren“, sagte Kipping. Die Tests seien kein Freibrief. Aber die „Kombination aus Luftfiltern, kleineren Klassen und massivem Einsatz der Schnelltests“ könne zu einem Öffnen von Schulen führen. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen verwies auf Österreich, das längst Selbsttests eingeführt hat. Allerdings wurden dort nicht Selbsttests extra zertifiziert, sondern Profi-Tests für Laien geöffnet. Ab dem 1. März sollen sie kostenlos zur Verfügung stehen. „Das wünsche ich mir auch von Herrn Spahn“, twitterte Dahmen.

Doch Bundesgesundheitsminister Spahn hatte sich zuletzt zurückhaltend über einen Einsatz der Selbsttests geäußert. Für die Zulassung komme es auf die Qualität an. Wenn die Tests viele falsche Ergebnisse liefern sollten, „dann steckt darin auch ein Risiko“, sagte der Minister. Infizierte können in der Annahme, nicht erkrankt zu sein, andere anstecken. Eine Studie der Berliner Charité und der Uniklinik Heidelberg hat aber gezeigt, dass Selbsttests durchaus sicher sind. In der Untersuchung testeten sich 150 Corona-Verdachtspatienten selbst. 29 von 39 Infizierten erkannten, dass sie erkrankt sind. Das Fachpersonal erkannte 31.

Welche Selbsttests auf den Markt kommen werden, ist nicht bekannt. Derzeit gibt es Anträge für 30 verschiedene Produkte. Als erstes könnten, so deutete es ein Sprecher des Gesundheitsministeriums an, Antigen-Schnelltests zugelassen werden. Das sind jene Tests, bei denen die Bürger einen Abstrich im Nasen- und Rachenraum machen. Doch auch Gurgel- und Spucktests könnten eine Zulassung für den Hausgebrauch bekommen. Sie sind angenehmer als die Nasen-Rachen-Variante. Allerdings muss der Getestete bis zu 24 Stunden auf das Ergebnis waren.

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Erstellt:
16. Februar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2021, 06:00 Uhr

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