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Erst der Triumph, dann die Familie
Nach dem Super Bowl: der Triumphator Peyton Manning (rechts) und sein Gegenspieler Cam Newton. Foto: dpa
Nach dem Erfolg der Denver Broncos beim Super Bowl dreht sich alles um Peyton Manning

Erst der Triumph, dann die Familie

Peyton Manning triumphiert im Super Bowl über Cam Newton und die Carolina Panthers. Für den routinierten Quarterback wäre es der perfekte Abschluss seiner Karriere - seine Mutter pocht auf einen Rücktritt.

09.02.2016
  • DPA

Santa Clara. Im Moment seines hollywoodreifen Triumphs zeigte sich Peyton Manning als Familienmensch. Kurz nach der Krönung als ältester Meister-Quarterback der Super-Bowl-Historie reichte der 39-Jährige schnell die silberne Trophäe an seine Teamkollegen weiter und herzte lieber seine Kinder. Und selbst den Gedanken über das anstehende Ende seiner ruhmreichen Karriere schob der Sheriff kurzerhand beiseite. "Ich habe jetzt erst einmal andere Prioritäten", sagte Manning nach dem 24:10 seiner Denver Broncos über die favorisierten Carolina Panthers. "Ich möchte meine Frau und meine Kinder küssen und ich werde jede Menge Bier trinken. Das verspreche ich."

Von der Tribüne im Levi s Stadium von Santa Clara jubelten ihm die weiteren Mitglieder der Manning-Dynastie zu - mit dem ersehnten zweiten Finalerfolg in der National Football League holte Peyton seinen jüngeren Bruder Eli ein. Mutter Olivia möchte dabei ebenso wie Vater und Football-Legende Archie nie wieder ein Spiel ihres Sohns sehen: "Ich will, dass Peyton zurücktritt", sagte Mama Manning.

Nach Verletzungen, Enttäuschungen, Doping-Verdächtigungen und höhnischem Spott angesichts nachlassender Leistungen war Manning von Experten im Verlauf dieser Saison eigentlich schon abgeschrieben gewesen. Doch dank der beinharten Broncos-Verteidigung reichte im Duell der Quarterback-Generationen eine verwaltende Leistung für den Triumph. Als einer der ersten Gratulanten zeigte sich der 13 Jahre jüngere Spielmacher der Panthers, Cam Newton, auf dem Feld als fairer Verlierer und rang sich bei der Umarmung im goldenen Konfettiregen sogar ein Lächeln ab.

Ausgerechnet im wichtigsten Spiel des Jahres war der Druck von Denvers Verteidigern einfach zu groß auf den 26-Jährigen, der nach einer überragenden Saison am Vorabend zum wertvollsten Spieler der Vorrunde (MVP) gewählt worden war. "Sie waren einfach besser, haben nichts Besonderes getan, sondern nur ihre Spielzüge durchgebracht, wenn es darauf ankam", sagte Newton und fügte hörbar genervt an: "Wir haben den Ball fallen lassen, ihn abgegeben, wilde Pässe geworfen - das war s."

Newton spielte die gesamte Saison über überragend, führte sein Team zur besten Bilanz der Vereinsgeschichte und in den Super Bowl. Er war nie verlegen, wich keiner Frage aus, hatte immer Antworten parat. Diesmal hingegen gab sich der Quarterback der Panthers jedoch äußerst kurzsilbig, ließ auf der Pressekonferenz nur sieben Fragen zu. Für die Beantwortung der letzten sechs benötigte er gerade Mal 19 Wörter. Dennoch hatte Newton eine aufbauende Botschaft für alle enttäuschten Fans: "Wir werden zurückkommen."

Vor 71 088 Zuschauern war Denver von Beginn an besser. Die stabilste Defensive der Liga ließ die gefährlichste NFL-Offensive aus Carolina nie in Schwung kommen.

Wie schon beim 20:18-Erfolg im Halbfinale gegen Meister New England Patriots machten die Broncos es dem gegnerischen Quarterback sehr schwer. Newton bekam kaum Zeit zum Passen und nur wenig Raum für seine gefürchteten Läufe. "Carolina hat eine großartige Offensive. Aber wir wussten, wenn wir beständig unsere Art von Defensive spielen, werden wir gewinnen", sagte Von Miller. Dass der Linebacker als wertvollster Spieler des Finals (MVP) geehrt wurde, war bezeichnend für das große Finale.

In dieser Spielzeit kam es bei den Broncos nicht auf Manning an, auch nicht auf die keineswegs überragende Offensive, sondern stets auf die Abwehr. "Unsere Defensive war die gesamte Saison über besonders", sagte Trainer Gary Kubiak.

In der Feierlaune blieb lediglich eine wichtige Frage unbeantwortet - die nach der Zukunft von Manning. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass er im Fall des Erfolgs seine Karriere beenden könnte.

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09.02.2016, 08:30 Uhr
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