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Heilbronn

Erst das Lob, dann der Einsatz

Das Vertrauen von Innenminister Reinhold Gall (SPD) in die Fähigkeiten der Rettungskräfte ist grenzenlos. Der Politiker, der auch dem Kreisfeuerwehrverband Heilbronn vorsitzt, entwickelt dank eigener Erfahrung bei Löscheinsätzen geradezu hellseherische Qualitäten.

19.10.2015
  • HANS GEORG FRANK

"Ich bin tief beeindruckt von dem, was ich heute hier gesehen habe", beurteilte Gall die Arbeit von etwa 500 Rettungskräften und Statisten mit 100 Fahrzeugen bei der Katastrophenschutzübung "Horkenberger Feuerwalze" am Samstag. Bei Löwenstein, unweit von Galls Wohnort, wurde simuliert, wie ein Waldbrand bekämpft und Menschen aus einem Zeltlager gerettet werden.

Als das ministerielle Lob verbreitet wurde, war noch kein einziger Feuerwehrmann, Rettungssanitäter oder Hundeführer ausgerückt. Galls Eloge ging bereits am Vortag um 16.13 Uhr an die Medien, versehen mit dem Vermerk "Sperrfrist 17. Oktober 14.00 Uhr". Journalisten sind für frühe Informationen natürlich sehr dankbar. Üblich ist der Service etwa bei Reden anlässlich von Gedenkfeiern. Auch bei komplexen Sachverhalten wie einem "kreisüberschreitenden Krisenmanagement", "nichtpolizeilicher Gefahrenabwehr" oder der "Sicherstellung einer effektiven und effizienten Bekämpfung von Großschadensereignissen" sind schriftliche Handreichungen gern genommene Hilfsmittel für die Berichterstattung. Manche Redaktion übernimmt solche amtlichen Pressemitteilungen auch ebenso ungeprüft wie ungekürzt.

Ungewöhnlich ist nur, dass bereits das Ergebnis eines Experiments in aller Deutlichkeit hinausposaunt wird. Wenn 500 Fachleute testen, was sie im Ernstfall können müssen, sind Missgeschicke nicht ganz auszuschließen. Doch Galls Vorschusslob mochte sich Stuttgarts Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) nicht verschließen. Auch er wusste schon 24 Stunden vor Ende der Großübung, "die erstmalige landkreisübergreifende Zusammenarbeit" habe sich "heute hervorragend bewährt" - dank des Konzepts aus seinem Hause.

Gall und Schmalzl haben sich natürlich nicht geirrt. "Alles hat gut funktioniert", sagte ein auch sonntags für die Medien erreichbarer Sprecher des Regierungspräsidenten der SÜDWEST PRESSE. Nur: Wenn die Chefs das Resultat schon vorher wissen, könnten die Retter doch daheim bleiben. Auto putzen, Hecke schneiden, Rasen mulchen, was man halt samstags erledigt. Dass einspurige Waldwege bei Gegenverkehr eher ungeeignet sind, dass Ortsunkundige Lotsen brauchen, wie in der Manöverkritik vermerkt, hätte ihnen gewiss auch gerne und gratis ein unbürokratisch tätiger Pilzsucher verraten.

Erst das Lob, dann der Einsatz

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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