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Technologie

Ermittler sollen Alexa, Siri und Co. auswerten können

Die Innenminister beraten, welche Verbrechen einen Zugriff der Behörden auf smarte Haushaltsgeräte rechtfertigen könnten.

06.06.2019

Von DPA

Der Sprachassistent Alexa von Amazon verarbeitet Befehle seiner Nutzer und kann mit Haushaltsgeräten verknüpft werden. Foto: Britta Pedersen/ZB/dpa

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen über einen möglichen Zugriff auf Daten digitaler Sprachassistenten und smarter Haushaltsgeräte in der Strafverfolgung beraten. „Aus unserer Sicht ist es für eine effektive Kriminalitätsbekämpfung sehr wichtig, dass den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern auch auf diesen Geräten gespeicherte Daten nicht verschlossen bleiben“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Eine Prüfung der rechtlichen Fragen dauere aber noch an. Der Sprecher betonte, die Beratungen bei der Innenministerkonferenz, die am nächsten Mittwoch beginnt, seien aber erst der „Einstieg in die Diskussion“. Zur Aufklärung welcher Verbrechen die Auswertung solcher Geräte angestrebt werden könnte, ließ er offen. Jeder Verbraucher solle sich genau überlegen, welche Geräte er mit welchen Privatsphäre-Einstellungen nutze, mahnte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums.

Die Polizei darf an Daten von Smart-Home-Geräten und Sprachassistenten bisher aus Datenschutzgründen nicht heran. Auch technisch wäre ein Zugriff schwierig. Denn oft liegt der Schlüssel zu den Daten nicht beim Anbieter des Geräts, sondern beim Nutzer.

Worum geht es konkret? Wer mit dem Internet verbundene Sprachassistenten verwendet, hinterlässt genauso digitale Spuren wie die Nutzer von smarten Fernsehern, Hightech-Kühlschränken oder modernen Alarmanlagen. Diese Spuren sind für Ermittler interessant. Völlig offen ist noch, wann ein solcher Zugriff in Frage käme: nachträglich zur Aufklärung von Kapitalverbrechen oder bei Terrorverdacht auch zu Ermittlungszwecken?

Grüne und FDP sind alarmiert. „Dieser ausufernde Schnüffelstaat gängelt damit nur die Bürgerrechte von Millionen unschuldiger Bürger“, warnte der FDP-Abgeordnete Benjamin Strasser. Die Innenminister tagen vom 12. bis 14. Juni in Kiel. Bis zur ihrer Sitzung im Dezember soll ein Bericht mit Empfehlungen vorliegen. dpa

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Erstellt:
6. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2019, 06:00 Uhr

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