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Erhard Eppler über die SPD, Sigmar Gabriel und mögliche Alternativen
Rechnet nicht mit einem Rücktritt Sigmar Gabriels vom Amt des SPD-Chefs: Erhard Eppler. Foto: dpa
"Frauen stark im Kommen"

Erhard Eppler über die SPD, Sigmar Gabriel und mögliche Alternativen

Im Januar wird Erhard Eppler von der baden-württembergischen SPD für 60 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt. Den turbulenten SPD-Bundesparteitag in Berlin bewertet der 89-Jährige auf seine Art.

14.12.2015
  • GUNTHER HARTWIG

Herr Eppler, wie erklären Sie sich das schlechte Wahlergebnis von SPD-Chef Sigmar Gabriel?

ERHARD EPPLER: Die Verbindung der beiden Ämter - SPD-Vorsitzender und Wirtschaftsminister in der großen Koalition - habe ich von Anfang an für problematisch gehalten. Tatsächlich fällt es Gabriel unendlich schwer, das, was er in der Funktion des Wirtschaftsministers tut, als Parteivorsitzender zu vertreten. Ich kenne die Ministerialbürokratie in diesem Ressort: Da herrscht eine Grundstimmung, die der Sozialdemokratie ziemlich entgegensteht.

Zum Beispiel bei den Freihandelsabkommen TTIP und Ceta?

EPPLER: Persönlich bin ich gegen die beiden Abkommen. Der Marktradikalismus, der in Amerika triumphiert, wird viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte überdauern. Ich wünsche mir für Europa die Chance, einen eigenen Weg zu gehen.

Welche Folgen hat das Wahlergebnis für den Vorsitzenden?

EPPLER: Für Gabriel ist das wirklich eine schmerzhafte Erfahrung. Die Art, wie er darauf reagiert hat, ist vielleicht nicht das letzte Wort.

Rechnen Sie mit persönlichen Konsequenzen, also mit Gabriels Rücktritt?

EPPLER: Das wird er nicht tun, er will ja gerade beweisen, dass auch Sozialdemokraten Wirtschaftskompetenz haben.

Kann Gabriel noch SPD-Kanzlerkandidat 2017 werden?

EPPLER: Theoretisch ja. Sein Motiv ist offenbar, es zu tun, aber er ist jetzt nicht gerade gestärkt.

Gibt es denn eine Alternative?

EPPLER: Die gibt es immer. Ich nehme aber an, dass Steinmeier das nicht will, obwohl er eine starke Stellung in der Öffentlichkeit hat. Auf längere Sicht sehe ich die Frauen in der SPD stark im Kommen, nicht schon 2017, aber danach.

Andrea Nahles?

EPPLER: Nicht nur die. Familienministerin Manuela Schwesig finde ich in ihren Äußerungen und ihrem Handeln sehr souverän, und auch die neue Generalsekretärin Katarina Barley hat mir mit ihrem ersten Auftritt beim Parteitag imponiert.

Welche Auswirkungen hat der Bundesparteitag auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg?

EPPLER: Keine speziellen, aber allgemeine. Es kommt jetzt darauf an, wie Gabriel weiter reagiert. Schon vorher gab es Anhänger der SPD in Baden-Württemberg, die nicht auf Gabriel schwören, deshalb ist nicht jeder Dämpfer für den Bundesvorsitzenden eine Katastrophe für die Landes-SPD.

Wie gut steht die Landes-SPD denn drei Monate vor der Wahl da?

EPPLER: Ich finde es nicht besonders fair, wie die Wähler im Land die SPD behandeln. Unsere Minister machen in der Koalition mit den Grünen eine ordentliche Arbeit. Es fehlt vielleicht an der herausragenden Persönlichkeit, an der sich die Wähler orientieren können.

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14.12.2015, 08:30 Uhr
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