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Klimaziele noch vage

Entwicklungsländer von Bonner Konferenz tief enttäuscht

Im Dezember sollen 195 Staaten in Paris ein globales Klima-Abkommen besiegeln. Die Vorverhandlungen in Bonn machen allerdings deutlich: Es gilt noch etliche Hürden zu überwinden. Die Zeit wird knapp.

24.10.2015
  • EPD/AFP

Bonn Rund fünf Wochen vor dem entscheidenden UN-Gipfel in Paris zeichnen sich die Konturen des angestrebten Klimaabkommens erst schemenhaft ab. Zum Abschluss der Vorverhandlungen am Freitag in Bonn räumte Verhandlungsführer Ahmed Djoghlaf ein, dass der Vertragsentwurf noch viele konkurrierende Vorschläge und ungeklärte Streitpunkte enthalte. Der algerische UN-Diplomat geht davon aus, dass es vor dem UN-Klimagipfel eine weitere Gesprächsrunde auf Arbeitsebene geben werde. Er sagte: "Wir nähern uns der Ziellinie - da ist es klar, dass es Spannungen gibt." Djoghlaf betonte, dass "der Wille vorhanden ist, am 11. Dezember einen Vertrag zu besiegeln".

Für Streit sorgt die geplante finanzielle Hilfe armer Staaten, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Entwicklungsländer fordern, dass die bisher versprochene Summe von jährlich 100 Milliarden Dollar, die ab 2020 zur Verfügung stehen sollen, in dem Vertrag erwähnt wird. Dazu sagte Djoghlaf, das Abkommen solle über viele Jahre Bestand haben. Deshalb sei es nicht sinnvoll, konkrete Geldsummen zu nennen.

Nach Meinung von "Brot für die Welt" bietet der Vertragsentwurf wenig Hoffnung, dass das erste globale Klimaabkommen die Interessen der armen Länder angemessen berücksichtigt. Die Vertreter der Länder seien tief enttäuscht. Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerkes, Cornelia Füllkrug-Weitzel, warnte davor, dass die Folgen des Klimawandels Millionen weiterer Menschen zur Flucht aus ihren Heimatländern treiben könnten.

Der neue Klimavertrag soll alle Länder zum Kampf gegen die Erderwärmung verpflichten - anders als das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll, das nur den Industriestaaten eine Treibhausgas-Reduktion vorschreibt. Bindende Ziele zur CO2-Minderung für einzelne Länder soll der Vertrag aber nicht enthalten. Stattdessen sind die Staaten aufgerufen, Selbstverpflichtungen vorzulegen. Rund 150 Staaten haben Ziele genannt. Nach Berechnungen reichen die Zusagen nicht aus, um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bestätigt dies. Die Erwärmung lasse sich auf 2,7 Grad eindämmen. "Das reicht natürlich nicht aus."

Die EU verspricht, Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu drosseln, die USA wollen ihre Emissionen bis 2025 um 28 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. China will Treibhausgase senken, geht aber bis 2030 von einem Anstieg aus. Indien will den Ausstoß bis 2030 gemessen an der Wirtschaftskraft um 33 bis 35 Prozent drosseln.

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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