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Spät bremsen, früh aufs Gas

Entringer Design-Talk hatte Ex-Rennleiter Norbert Haug zu Gast

Einmal im Jahr lädt die Entringer Firma „Design-Tech“ zum Talk. Diesmal berichtete Norbert Haug vom Formel 1-Zirkus und seiner Zeit als Motorsportchef bei Mercedes.

27.10.2015
  • Benedikt Reder

Entringen. Es sei ein besonderer Gast, so Jürgen R. Schmied, Inhaber der Firma im Vorfeld der Veranstaltung: „Norbert Haug hatte ich mir schon lange als Gesprächspartner in unserer Runde gewünscht – somit bin ich froh, ihn heute hier begrüßen zu dürfen.“

Bereits zum zwölften mal richtete am vergangenen Donnerstagabend das Entringer Unternehmen „Design-Tech“ seine traditionelle Talk-Runde aus. Namhafte Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen waren bei der jährlichen Veranstaltung schon zu Gast. „Begonnen haben wir 2004 mit dem Designer Luigi Colani“, so der Firmenchef. „Auch Joey Kelly, Reiner Calmund und der Werbetexter Manfred Gotta sprachen hier vor Publikum.“

22 Jahre lang hatte der Gast die Geschicke des schwäbischen Autobauers aus Untertürkheim auf der Rennstrecke geleitet. In dieser Zeit habe sich bei Mercedes einiges getan: „Als ich anfing, steckte der Konzern in einer großen Umbruchphase“, so Haug. Dies habe auch Auswirkungen auf den Motorsport gehabt; nach Erfolgen in der Sportwagengruppe C arbeitete das Unternehmen zu Beginn der 1990er-Jahre am Wiedereinstieg in die Formel 1. Mit Mika Häkkinen und David Coulthard habe das Team auch über die nötigen Fahrer verfügt, um Siege einzufahren: „Es war eine schöne Zeit“, sagte Haug, „mit Michael Schumacher hatten wir einen starken Konkurrenten im Rennen – gekämpft wurde immer so hart, wie es geht.“

Vom Moderator Markus Brock darauf angesprochen, wie es dem siebenfachen Weltmeister Schumacher nach seinem Skiunfall im Winter 2013 gehe, hielt sich der ehemalige Mercedes Sportchef bedeckt. Er könne, mit Rücksicht auf die Familie, keine Angaben dazu machen.

Auf die Frage nach einer Einschätzung zum VW-Skandal sagte Haug: „Da ist etwas dramatisch schief gelaufen – vielleicht war das auch eine Sache, wo man dachte: Wir brauchen eine Lösung – koste es, was es wolle.“ Ethisch und moralisch sei die Angelegenheit jedenfalls „ein großer Fehler“.

Auch aus dem Alltag der Formel 1 hatte der 63-Jährige einiges zu berichten. Das ständige Unterwegssein mit dem Motorsportzirkus habe ihm nichts ausgemacht. „Schon gar nicht, wenn man gewinnt!“ Schwieriger sei da die Reaktionen der Mitarbeiter im Werk gewesen, wenn es einmal nicht so lief wie geplant: „Ich hatte Tage, da wollte der Schrankenwärter das Tor nicht aufmachen, weil er sagte: ‚Wie seit ihr denn gefahren am Wochenende‘?“

Den rund 70 Zuhörerinnen und Zuhören gab der Ex-Rennleiter noch einen Tipp auf den Weg: Wer erfolgreich sein will, solle „spät bremsen und früh aufs Gas“, sagte Haug mit einem Augenzwinkern. Aus seiner Zeit im Motorsport mitgenommen habe er eines: „Wenn du am Sonntag um 14 Uhr nicht am Start stehst, geht die Party ohne dich los – das kann man auch für das Leben übernehmen.“

Entringer Design-Talk hatte Ex-Rennleiter Norbert Haug zu Gast
Berichtete aus seiner Zeit als Rennsportchef bei Mercedes: Norbert Haug (Mitte) zusammen mit Moderator Markus Brock (rechts) und „Design-Talk“-Veranstalter Jürgen R. Schmied (links).Bild: Reder

Ab 1990 war Norbert Haug, der ursprünglich als Journalist des Motor-Presse-Verlages schrieb, für den Rennsport bei Mercedes-Benz verantwortlich. Unter seiner Leitung errang der Konzern diverse Erfolge; unter anderem auch in der DTM und mit den Gruppe C-Sportwagen. 1998, 1999 und 2008 gewann Mercedes mit Mika Häkkinen und Lewis Hamilton die Fahrer-WM- Titel in der Formel 1. Im Porsche-Carrera-Cup war Haug selbst als Fahrer aktiv. Seit Ende 2012 ist Norbert Haug nicht mehr für Mercedes tätig.

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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