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Kurzzeitpflege ermöglicht Urlaub für Menschen, die Angehörige betreuen

Entlastung für vier Wochen

Viele Menschen verzichten auf Sommerurlaub, weil sie sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern – und das 365 Tage im Jahr. Dabei wäre dank der Angebote der Kurzzeit- und Verhinderungspflege eine Reise durchaus möglich.

17.07.2009
  • Lena Riester

<strong>Rottenburg.</strong> Kurzzeitpflege ist eine vorübergehende Betreuung und Pflege in einer stationären Einrichtung, in der sich Fachpersonal rund um die Uhr um pflegebedürftige Personen kümmert. Begrenzt ist dieses Angebot in zweierlei Hinsicht: 28 Tage pro Jahr ist die maximale Dauer der Kurzzeitpflege. Die Pflegeversicherung zahlt höchstens 1470 Euro der anfallenden Kosten (ab 1. Januar 2010 dann 1510 Euro). Die Zahlung der Pflegekassen hängt allerdings von der Pflegestufe ab: Wer in Pflegestufe 0 eingeordnet ist, bekommt nichts und muss die Gesamtkosten selber tragen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen die pflegebedürftigen Personen grundsätzlich selbst übernehmen. Laut Monika Obstfelder, Inhaberin des Starzacher Pflegedienstes Vidom und des Empfinger Pflegeheims Rosengarten, ist dabei mit etwa 33 bis 35 Euro pro Tag zu rechnen.

Der Selbstbehalt schwankt je nach Pflegestufe zwischen rund 500 und 700 Euro. Auch die Dauer der Kurzzeitpflege ist von der Pflegestufe abhängig: Bei Pflegestufe zahlt die Pflegekasse maximal 28 Tage, bei Pflegestufe II 25 und bei Pflegestufe III höchstens 19 Tage in einer stationären Einrichtung.

„Für Angehörige kann die Kurzzeitpflege in Krisenzeiten eine gute Entlastung schaffen“, weiß Obstfelder. Nicht nur um in den Urlaub fahren zu können, sei sie attraktiv. Auch wenn sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen vorübergehend verschlechtere oder die Angehörigen für begrenzte Zeit nicht in der Lage seien, die richtige Pflege zu bieten, sei die Kurzzeitpflege eine Hilfe. „Es entsteht dadurch keine Verpflichtung. Man kann die Kurzzeitpflege auch für nur zwei Tage in Anspruch nehmen“, sagt Obstfelder.

Zudem könne ein stationärer Aufenthalt auch für die Pflegebedürftigen „eine richtige Bereicherung sein – wie Urlaub“. Eine neue Umgebung, ein anderes Angebot an Aktivitäten, andere Menschen und Gesprächsthemen könnten wohltuend sein. „Daran denken die wenigsten Angehörigen“, meint Obstfelder.

Wenn jemand nachts noch alleine bleiben und einen Notruf betätigen kann, gibt es die Möglichkeit der so genannten Verhinderungspflege. Die Pflege erfolgt hier im stationären Bereich oder ambulant zuhause. Allerdings hat nur derjenige Anspruch darauf, der schon ein Jahr lang in einer Pflegestufe eingeordnet ist. Die Kosten in Höhe von 1470 Euro übernimmt die Pflegekasse, zusätzliche Kosten fallen nicht an. Auch dieses Angebot ist auf vier Wochen begrenzt. „Man kann aber die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombinieren“, erklärt Obstfelder. So könne man insgesamt acht Wochen in Anspruch nehmen.

Die Verhinderungspflege ist nicht an Fachpersonal gebunden. Auch Ehrenamtliche, etwa Nachbarn, bekommen 1470 Euro, wenn sie für vier Wochen einspringen. Angehörigen und Personen, die in häuslicher Gemeinschaft leben, zahlt die Kasse die Aufwendungen nur in Höhe des Pflegegeldes: je nach Pflegestufe zwischen 215 und 675 Euro.

Für Kurzentschlossene ist die Kurzzeitpflege wenig hilfreich: Oft seien schon Monate im Voraus alle Plätze belegt, so Monika Obstfelder.

Info

Unter www.aok-pflegeheimnavigator.de finden sich alle Pflegeheime im Umkreis von Rottenburg, die Kurzzeitpflege anbieten.

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17.07.2009, 12:00 Uhr
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