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Enten im Eis
Foto: Fotolia.de / Babimu 26789947

Enten im Eis

25.08.2016
  • VALERIE EBERLE

Eigentlich, für die 37 Grad warme, mit Schaum befüllte, heimische Badewanne bestimmt, fanden 1992, 29 000 Bade-Enten ihren Weg in die Freiheit. Oder besser gesagt: Ihren Weg ins ewige Eis. Für die Wissenschaft leisteten die kleinen Entdecker dabei Erstaunliches, wenn auch nicht ganz gewolltes. Am 10. Januar 1992 verlor ein Schiff auf seiner Fahrt von Hongkong nach Amerika die wichtige Fracht. Mehrere Container stürzten während eines Sturms in den Nordostpazifik – drei von ihnen, voll mit Plastikspielzeug: darunter auch etliche Bade-Enten. Diese, endlich im eigenen Element angekommen, ließen es sich nicht nehmen ihre neu errungene Freiheit zu genießen. Auf ihrem Weg vom Pazifik bis ins arktische Eis paddelten sie rund 25 Jahre lang über die Weltmeere.

Während die meisten Entchen an der Küste Indonesiens, Australiens oder Südamerikas haltmachten, fanden rund ein Drittel den Weg durch die Beringstraße in die Arktis. Eingeschlossen vom Packeis fand ihre Reise dort vorerst ein Ende.

Als aber Urlauber 2007 die Plastiktierchen gemütlich an den Stränden im Süden Englands plantschen sahen, tat sich bei den Meeresforschern eine Frage auf: Klar, die Eismassen müssen die Enten wohl im Atlantik freigegeben haben – aber warum und wie konnten die Enten über den Nordpol in den Atlantik kommen? Ausgebleicht vom Salzwasser und der Sonne, zerkratzt von Vögeln und zerbissen von Fischen, konnten Wissenschaftler den kleinen Tieren wichtige Informationen entlocken. Dank ihnen konnte der pensionierte Ozeanograph Curtis Ebbesmeyer einen Fluß des Meerwassers aus dem Pazifik quer durch das nördliche Eismeer bis in den Atlantik nachweisen. Jahre zuvor hatte sich ähnliches mit einer Containerladung Turnschuhe ereignet, die den Wissenschaftler überhaupt zu dieser Annahme brachte.

Wie viele der Enten, waren auch damals die meisten Schuhe, trotz der langen Reise durch salziges Wasser noch intakt. Ganz zur Freude so mancher Strandläufer, die ab und an sogar ein zusammenpassendes Paar fanden. Es bleibt also zu hoffen, dass auch die ein oder andere Ente noch ihren Weg in glückliche Kinderhände findet.

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25.08.2016, 06:00 Uhr
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