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Energiekonzern RWE spaltet sich auf

Der kriselnde Energiekonzern RWE lagert sein Geschäft mit Erneuerbaren Energien, Netze und Vertrieb in eine neue Tochtergesellschaft aus.

02.12.2015
  • AFP

Essen. Nach dem Energiekonzern Eon will sich nun auch der ebenfalls kriselnde Konkurrent RWE aufspalten. RWE werde das Geschäft mit Erneuerbaren Energien, Netzen sowie den Energievertrieb in eine börsennotierte neue Tochtergesellschaft auslagern, teilte das Unternehmen in Essen mit. Der RWE-Mutterkonzern werde sich künftig nur um die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel an den Großhandelsbörsen kümmern.

"Wir schaffen zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach", teilte Vorstandvorsitzender Peter Terium mit. RWE gehe mit der Aufspaltung jetzt "den nächsten logischen Schritt" in seinem "Transformationsprozess". Es handle sich dabei keineswegs um eine Abkehr von der konventionellen Stromerzeugung, betonte Terium. RWE sei überzeugt, dass diese "noch über Jahrzehnte als Partner der erneuerbaren Energien unverzichtbar sein wird."

Die Gründung der neuen börsennotierten Tochtergesellschaft schaffe "eine Wachstumsplattform mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt" und stärke so "die Zukunftsfähigkeit des Gesamtkonzerns", erklärte RWE. Die Aufspaltung ist formell noch nicht beschlossen und muss noch vom RWE-Aufsichtsrat abgesegnet werden.

Der Börsengang der neuen Tochter soll voraussichtlich gegen Ende kommenden Jahres erfolgen, RWE will langfristig als Mehrheitsaktionär engagiert bleiben. Nur 10 Prozent des Aktienkapitals sollen im Zuge einer Kapitalerhöhung am Markt platziert werden. Zeitgleich oder zeitversetzt könnten noch weitere Anteile verkauft werden, allerdings ohne die Kapitalmehrheit der RWE-Mutter zu gefährden.

RWE konzentrierte sich lange auf die Stromerzeugung in konventionellen Kohle- und Atomkraftwerken. Ähnlich wie Eon geriet das Unternehmen durch den Atomausstieg, die Veränderungen auf den Energiemärkten durch die Energiewende und sinkende Margen bei konventioneller Stromerzeugung in große Probleme. RWE musste zuletzt hohe Verluste verbuchen.

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02.12.2015, 08:33 Uhr
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