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Kommentar VW

Endlich Klartext

Es hat lange gedauert, bis bei Volkswagen Klartext gesprochen wurde. Ausgerechnet Wolfgang Porsche, Mitglied des Aufsichtsrats und der Eignerfamilie, bringt möglichen Stellenabbau als Folge des Abgasskandals auf den Tisch.

08.03.2016
  • KAREN EMLER

Dabei gilt er - im Gegensatz zu seinem Cousin Ferdinand Piëch als einer, der gegenüber den Mitarbeitern immer sehr zurückhaltend auftritt. Ein Sanftmütiger eben.

Doch er hat erkannt, wie wichtig eine gute Kommunikationskultur in der Krise ist. Keiner weiß, wie viel Geld die Bewältigung der Affäre letztlich kosten wird. Es geht nicht nur um Schadenersatzklagen, es sondern auch darum, ob die Kunden bleiben oder - wie es sich in den USA abzeichnet - abspringen.

Deshalb muss sich VW für harte Einschnitte wappnen. Der Haustarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus, doch Stellen können auch durch Fluktuation, Abfindungsprogramme oder Streichen von befristeten Jobs abgebaut werden. In Emden müssen bereits 250 Leiharbeiter gehen, - obwohl die Produktion noch stabil läuft. Schon bei der Gelegenheit hätte der Belegschaft gesagt werden müssen, dass das eine Folge des Abgasskandals ist. Soviel Ehrlichkeit haben die Mitarbeiter verdient, egal ob sie vorübergehend oder fest im VW-Dienst stehen. Es geht schließlich um ihre Lebensperspektiven.

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08.03.2016, 08:30 Uhr
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