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Syrien

Ende des Kultur-Terrors in Palmyra

Der IS hat im syrischen Palmyra einige der berühmtesten Monumente der Welt zerstört. Nun wurde er dort vertrieben. Was bedeutet das für den Krieg?

29.03.2016
  • DPA/AFP

Die Reporterin des staatlichen Fernsehsenders Al-Ichbarija kann ihren Stolz nicht verbergen. Mit zuckenden Mundwinkeln erklärt sie, dies seien die ersten TV-Aufnahmen aus Palmyra nach der Vertreibung der Terrormiliz IS aus der syrischen Oasenstadt. Hinter ihr leuchten die antiken Säulen der Weltkulturerbe-Stätte in der Mittagssonne.

Der Sender zeigt nur einen kleinen Teil des großen Areals, in dem der IS in den vergangenen zehn Monaten gewütet und eine Reihe großer Kulturschätze gesprengt hat. Nun sind die Dschihadisten weg - geflohen, vertrieben, getötet.

Zehn Monate vorher: Eine ausgelaugte, fast verzweifelte Armee wird von entfesselt kämpfenden Dschihadisten in Palmyra überrannt und hat Mühe, ihr Kernland Latakia und die Hauptstadt Damaskus zu verteidigen. Aus Palmyra, der einst blühenden Handelsstadt, folgen Bilder, die Archäologen weltweit Alpträume bereiteten: Monumente, darunter der rund 2000 Jahre alte Baal-Tempel, der Baal-Schamin-Tempel oder der Triumphbogen, werden gesprengt. Für den IS symbolisieren die Reste der Tempel die Ungläubigkeit im Altertum, da dort mehrere Götter verehrt wurden.

Wie es nun mit der Unesco-Stätte weitergeht, könnte zum Streitpunkt werden. Mamun Abdul-Karim ahnt das: "Die bekannte internationale Sichtweise ist gegen den Wiederaufbau von Monumenten", sagte der Leiter der syrischen Museums- und Altertumsbehörde der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Doch genau das, die Rekonstruktion der Ruinen, strebt Syriens Regierung an. Palmyra komme eine "symbolische Rolle" im Kampf gegen den Terrorismus zu. Neue und antike Felsblöcke sollen die Zerstörungswut des IS ungeschehen machen.

Tatsächlich könnte Palmyra ein Symbol für den Wiederaufbau Syriens werden. Denn während sich der IS in Europa zu Anschlägen in Paris und Brüssel bekennt, gerät er in seinem "Kalifat" unter Druck: Die irakische Armee hat den Beginn einer Großoffensive auf Mossul verkündet, die Kurden in Syrien bedrängen den IS und seine inoffizielle Hauptstadt Al-Rakka. Bei Aleppo ist Syriens Regime gegen die Extremisten auf dem Vormarsch.

Die Rückeroberung von Palmyra scheint eine weitere Etappe auf dem Weg zum militärischen Sieg über den IS zu sein - und jeder Sieg verbessert Assads Verhandlungsposition gegenüber der Opposition bei den Syrien-Gesprächen in Genf. Der Sieg in Palmyra, so verkündet es Syriens Armeeführung, sei "eine vernichtende Niederlage der Terrororganisation Daesh (IS) und wird die Moral ihrer Söldner zusammenbrechen lassen".

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29.03.2016, 08:30 Uhr
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