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Bildung

Empörung über Petz-Portal der AfD

Landtagsabgeordneter stellt Formular bereit, um Lehrer zu melden.

12.10.2018
  • HAB/DPA

Stuttgart. Ein Abgeordneter der AfD in Baden-Württemberg hat eine Meldeplattform gegen Lehrer online gestellt. Stefan Räpple schaltete das Portal frei, auf dem Schüler Pädagogen melden können, die sich ihrer Meinung nach im Unterricht gegen die AfD äußern. Auch Studenten können dort Professoren anprangern. Der Vorstoß Räpples ist innerhalb der AfD-Fraktion offenbar nicht abgestimmt. Der AfD-Abgeordnete Rainer Balzer, der kürzlich eine Plattform für Beschwerden über AfD-kritische Lehrer angekündigt hatte, teilte auf Anfrage mit, die Webseite seines Fraktionskollegen Räpple habe „mit der AfD-Fraktion nichts zu tun“.

Der Südwest-Ableger der Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte „Spitzelmethoden, wie sie zuletzt vor 75 Jahren an den Schulen in Baden-Württemberg angewandt wurden“.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hatte zuvor die Meldeportale gegen AfD-kritische Lehrer scharf kritisiert. „Organisierte Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Räpple wies die breite Welle der Kritik zurück. Von der „linken Lehrergewerkschaft GEW“ habe niemand etwas anderes erwartet. Dass sich konservative Lehrerverbände wie der VBE gegen die Meldeplattform ausgesprochen hätten, verwundere ihn jedoch. „Es gibt dazu noch keine Rechtssprechung, und ich lasse es auch auf jeden Rechtsstreit ankommen.“ hab/dpa

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12.10.2018, 06:00 Uhr
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