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Oper

Emotionen unter freiem Himmel

Großartige Musik in gigantischer Umgebung: Auch am Ende der 97. Saison zieht die Arena von Verona erfolgreich Bilanz.

17.09.2019

Von CHRISTA KANAND

Verona. Ist sie ein altbackenes Opernmuseum oder das Sehnsuchtsziel für Musikliebhaber aus der ganzen Welt? Die Arena di Verona aus römischer Zeit um 30 n. Chr. bleibt eine der spektakulärsten Open-Air-Spielstätten. Ob Maria Callas, Pavarotti, Carreras oder Domingo – sie alle haben in Verona gesungen.

Große Oper, große Stimmen, große Bilder – alles ist gigantisch. Wo schon erlebt man „Aida“ mit hunderten Statisten und Choristen in historischen Kostümen, mit 130 Musikern im Orchestergraben, mit Pferden, Dutzenden Balletttänzern und Fackelträgern hoch oben auf der 44. Stufenreihe? Beim „Triumphmarsch“ mit Trompeten-Fanfaren kommt Gänsehaut-Feeling auf. „Aida“ bleibt im Ägypten-Dekor der historischen Inszenierung von Gianfranco de Bosio in Anlehnung an die Produktion von 1913 zu Giuseppe Verdis 100. Geburtstag der Publikumsrenner.

Wellen der Begeisterung schlagen hoch, ob im Parkett für 230 Euro oder oben auf den Steinstufen für 25 Euro. Auch bei Puccinis „Tosca“ oder Bizets „Carmen“, die der argentinische Regisseur Hugo de Ana in die Zeit des spanischen Bürgerkriegs der 1930er Jahre versetzt. In der Rolle des Escamillo glänzte als bassbaritonaler Stierkämpfer wieder Erwin Schrott, der Ex-Lebenspartner von Anna Netrebko.

Anna Netrebko umjubelt

Seit vergangenem Jahr sitzt Cecilia Gasdia (59), gebürtig aus Verona, auf dem Chefintendantenstuhl. Die Sopranistin war 1981 Siegerin beim Maria-Callas-Wettbewerb der RAI. Ihr ist es zu verdanken, dass in diesem Jahr Superstar Anna Netrebko an der Seite ihres Ehemanns Yusif Eyvazov in Verdis „Der Troubadour“ (auch vom ZDF übertragen) ihr umjubeltes Arena-Debüt gab – eine Top-Attraktion im mit 14 000 Besucher fassenden Amphitheater.

Placido Domingo ist trotz #MeToo-Vorwürfen immer noch ein Publikumsliebling. Der frenetisch gefeierte 78-Jährige wirkte als Dirigent und Sänger in Verona mit. Die Gala mit Opernnachwuchs zu seinem 50-jährigen Arena-Jubiläum war ein Kassenschlager.

Die 97. Auflage des Opernfestivals hatte im Juni „La Traviata“ in der opulenten Neuinszenierung von Franco Zeffirelli unter dem israelischen Dirigenten Daniel Oren, einem Arena-Urgestein, begonnen. In den vergangenen drei Monaten wurden an 51 Abenden mit 80 weltweit gefragten Opernstars fünf Opernklassiker und drei Special-Events geboten. Große Emotionen, große Zahlen – Intendantin Gastias Qualitätsoffensive fruchtet: Um 8,5 Prozent stieg die Zahl der verkauften Karten in der gerade ausgeklungenen Saison auf rund 427 000. Christa Kanand

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Erstellt:
17. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 06:00 Uhr

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