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Stuttgart/Dettingen/Erms

ElringKlinger denkt über eigene E-Auto-Batterien nach

Der Autozulieferer ElringKlinger prüft einen stärkeren Einstieg ins Geschäft mit E-Auto-Batterien.

30.03.2016
  • dpa/lsw

. «Wir wollen schauen, dass wir uns weiterentwickeln», sagte Firmenchef Stefan Wolf am Mittwoch in Stuttgart. Derzeit sei ElringKlinger auf der Suche nach einem Zellhersteller im asiatischen Raum, mit dessen Hilfe der Zulieferer künftig komplette Batteriesysteme anbieten wolle. «Wir wollen eine eigene Batterie bauen», sagte Wolf. Noch sei alles offen - in drei bis fünf Jahren könnte man aber soweit sein.

Damit fährt der Zulieferer einen ähnlichen Kurs wie die Autoindustrie. Große Hersteller wie Daimler kaufen Batteriezellen von asiatischen Herstellern wie LG oder Panasonic zu, um dann daraus Batterien für E-Autos nach ihren Bedürfnissen zu bauen. Daimler hatte als einziger Hersteller Ende 2015 seine Zellfertigung im sächsischen Kamenz wegen der hohen Überkapazitäten aus Asien eingestellt. Diskutiert wird in der Branche derzeit, ob in einer konzertierten Aktion die nächste Generation von Batteriezellen in Deutschland gefertigt werden könnte. Die Kosten für eine solche Produktion veranschlagt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) mit 1,3 Milliarden Euro.

Es brauche so eine konzertierte Aktion, sagte Wolf. Eine solche Produktion selbst aufzubauen, wäre für den Zulieferer am Rande der Schwäbischen Alb allerdings eine Nummer zu groß. In den Plan von der eigenen E-Auto-Batterie will ElringKlinger zunächst zehn Millionen Euro investieren. Bislang liefert der Zulieferer Verbindungselemente für Batteriezellen an Autohersteller, unter anderem an BMW, wie Wolf durchblicken ließ. Diese Bauteile übernehmen die Stromführung in Batterien und enthalten Sensoren.

Außerdem entwickelt der mit Zylinderkopfdichtungen groß gewordene Zulieferer auch Brennstoffzellen. Auch bei der Entwicklung kompletter Brennstoffzellensysteme könnte ElringKlinger auf eigene Batterien zurückgreifen.

Bislang verdient der Zulieferer mit E-Mobilität allerdings kein Geld. 2015 machte der Bereich vor Steuern noch 5 Millionen Euro Verlust bei 11 Millionen Euro Umsatz. Auch in diesem Jahr dürfte er noch in den roten Zahlen liegen.

Von staatlicher Förderung für E-Autos hält ElringKlinger-Chef Wolf allerdings nichts. «Ich bin kein Befürworter der Kaufprämie, weil sie das Thema nicht langfristig löst», sagt er. Stattdessen müssten die Preise für Hybrid-Motoren, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin betankt werden, sinken.

«Die nächsten 20 bis 25 Jahre», ist sich Wolf allerdings sicher, «werden wir noch sehr gut am Verbrennungsmotor verdienen.» Wegen der CO2-Maßgaben der EU müssen die Autohersteller ihre Fahrzeuge auch leichter machen. ElringKlinger stellt neben Spezialdichtungen unter anderem Leichtbauteile für Antrieb und Karosserie her. 2015 war der Umsatz von ElringKlinger auch dank des schwachen Euros und mit Hilfe von Übernahmen um 13,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Unterm Strich erzielte ElringKlinger einen Jahresüberschuss von 91,6 Millionen Euro - 13,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Grund für den Gewinnrückgang war paradoxerweise die gute Auftragslage. Die übervollen Auftragsbücher hatten für Sonderschichten und Sonderfrachten gesorgt, neue Lagerhallen mussten angemietet und externe Logistikunternehmen beauftragt werden. Das führte zu Mehrkosten von 34 Millionen Euro. Das soll sich nur noch im ersten Quartal fortsetzen. «Wir haben das Thema gelöst», sagte Wolf. 2016 rechnet der ElringKlinger-Chef wieder mit einem bereinigten Vorsteuerergebnis (Ebit) von 160 bis 170 Millionen Euro, was einem Plus von 14 bis 21 Prozent entspräche. Der Umsatz soll in diesem Jahr organisch - also Übernahmen und Währungseffekte herausgerechnet - um fünf bis sieben Prozent steigen.

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30.03.2016, 15:12 Uhr | geändert: 30.03.2016, 12:30 Uhr
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