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Das ziert den Lebenslauf

Elf Projekte aus dem Kreis bei "Jugend forscht"

Neun Teams mit anspruchsvollen Projekten schickt am Freitag das Technische Gymnasium Tübingen in den Regionalwettbewerb nach Sindelfingen. Je eins vom Tübinger Uhland-Gymnasium und eins vom Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasium geht nach Altensteig.

24.02.2010
  • Fred Keicher

Tübingen. Die Teams geben alles. Um mit ihren Jugend-forscht-Projekten weiterzukommen, sind die Tübinger Zwölftklässler und Abiturienten sogar am Samstag im Forum, das ihnen die Gewerbliche Schule eigens eingerichtet hat. Dort arbeiten sie von 10 Uhr morgens bis weit nach Mitternacht. „Der Pizzaservice weiß längst, an welchem Fenster er anliefern muss“, sagt Projektleiter Michael Hallmann.

„Kohle haben wir noch genug“, sagt der Lehrer Jens Dünkel. Unter seiner Betreuung haben Sven Dittus, Matthias Martin und Christoph Bulian eine Brennstoffzelle entwickelt, die ohne Umweg aus Zucker und Kohle elektrische Energie erzeugt. Das Elektrometer misst die Spannung: ein Volt. Das alles geschieht bei Raumtemperatur in einer kalten Verbrennung.

Die Grundidee für einen Felgenantrieb für ein Fahrrad hatten Tim Hess und Hannes Bundschuh schon lang, umgesetzt haben sie sie jetzt mit Hilfe von Berufsschülern. Gleich zwei 350-Watt-Motoren haben sie in den Fahrrad-Boliden eingebaut. Herkömmliche Elektrofahrräder bringen es nicht mal auf die Hälfte. Der Felgenantrieb kann nachträglich in jedes Rad eingebaut werden.

Mit Komponenten aus dem Baumarkt haben Dario Bosch und Max Veit einen Wandscanner gebaut. Mit einem Oszillographen messen sie die Frequenzveränderungen, die auftreten, wenn in einer Wand Metall verbaut ist. Mit Hilfe einer Kamera und eines Videobeamers können sie das als Bild auf die Wand projizieren. Sehr anspruchsvoll ist die Abstimmung der verschiedenen Komponenten. Das gerasterte Bild war bei der Vorstellung noch sehr grob, fanden die Entwickler, aber es sei ja noch Zeit bis zum Wettbewerb.

Computer- und Elektrotechnik haben sich Matthias Kannwischer und Damian Boborzi bei ihrem Zieltemperaturkocher aufgeteilt. Kannwischer hat eigens ein Programm geschrieben, das die Temperaturschwankungen minimieren soll. Noch zeigt der Bildschirm bauchige Kurven. Aber die Ausschläge werden geringer. Im Moment experimentieren sie mit einem Wasserkocher, aber Ziel ist, das neben ihnen stehende Keramikkochfeld zu steuern.

Ein breit angelegtes Projekt gilt der Falkensteiner Höhle. Kationenanalytisch untersuchen Maike Lambarth und Katja Lehmann das Wasser, das sie an zwei Messstellen dem Bach entnehmen, der durch die Höhle fließt. Aufgefallen ist ihnen eine starke Schwankung des Gehalts von Magnesium, Kalium, Calcium und Natrium. Für ihre Analysen verwenden sie einen Hightech-Ionen-Chromatographen, der an der Beruflichen Schule für die Ausbildung von Chemisch-Technischen Assistenten und ähnlichen Berufen dient. „Man lernt Präzisionsarbeit und pingelig sein“, sagt Lambarth. Lehmann ergänzt: „Es macht viel Stress und viel Spaß.“

Die Höhle soll mit einem Datenerfassungssystem untersucht werden, das Wasserstand, die elektrische Leitfähigkeit, den pH-Wert und die Temperatur aufzeichnen soll. Da plant Matthias Martin mit, der auch an der Brennstoffzelle mitgearbeitet hat. Der größte Wunsch der Gruppe wäre ein CO2-Sensor, sagt Martin. Aber der kostet 800 Euro.

Das Projekt „Jugend forscht“, bei dem 20 Schüler von Michael Hallmann und drei Kollegen betreut werden, ist abhängig von Spenden. Die bisherigen Kosten in Höhe von etwa 6000 Euro haben die Reutlinger Rotarier übernommen.

„Jugend forscht“ genießt an der Schule im Feuerhägle einen hohen Stellenwert. Es sei die „maximale Umsetzung des Leitbildgedankens“. Ungewöhnlich sei auch, wie sich die Schule für das Projekt öffne: bis sonntags um 3 Uhr. Nicht zu überschätzen sei die Ausstrahlung auf die Schüler, die nicht am Projekt teilnehmen. „Da fließt mancher Input in den Unterricht. Da lernen auch die Lehrer“, sagt Hallmann.

Die Konkurrenz beim Wettbewerb ist riesig, in der Jury sitzen Profis aus Industrie und Wissenschaft. Kein Beinbruch, wenn man nicht weiterkommt in die Landesausscheidung, sagt Matthias Martin cool: „Es hat Riesenspaß gemacht und ziert auf jeden Fall den Lebenslauf.“

Info

Zu besichtigen sind die Wettbewerbsarbeiten am Freitag, 26. Februar, in der Stadthalle Sindelfingen von 13 Uhr an und in der Justus-Perels-Halle Altensteig von 9 bis 14.30 Uhr. Preisverleihung ist jeweils um 15 Uhr.

Elf Projekte aus dem Kreis bei "Jugend forscht"
Matthias Kannwischer (links) ist zuständig für Software und Damian Boborzi für die Hardware des Zieltemperaturkochers, schwarz in der Mitte. Bild: Metz

Elf Projekte aus dem Kreis bei "Jugend forscht"
Einen flotten Feger macht der Felgenantrieb von Tim Hess und Hannes Bundschuh aus jedem Fahrrad. Bild: Metz

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24.02.2010, 12:00 Uhr
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