Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Erbe baut für die Zukunft vor

Elektromedizin-Unternehmen investiert 30 Millionen Euro in Neubau

Erbe Elektromedizin hat gestern sein Erweiterungsgebäude in der Waldhörnlestraße offiziell eröffnet. 30 Millionen Euro hat das Tübinger Unternehmen in den Neubau investiert, 8,3 Millionen Euro in die energetische Sanierung der bestehenden Verwaltungs- und Produktionsgebäude. Die Geschäftsführung sieht darin einen Schlüssel für die Unternehmenszukunft und ein Bekenntnis zum Standort Tübingen.

17.04.2015

Von Gernot Stegert

Tübingen. Modern, technisch und leicht wirkt der neue Erbe-Bau von außen. Aluminium und Glas prägen die Optik. Senkrechte Photovoltaikelemente, Glaslamellen und Schrägen geben der Fassade Struktur. Auch der angrenzende Altbau hat ein neues Gewand erhalten, zur Wärmedämmung und für ein einheitliches Erscheinungsbild. Alle Fenster sind bodentief. Das macht sämtliche Räume hell und freundlich. Das gilt besonders für den Kern des Neubaus: Es ist ein Schulungsraum, der 260 Personen Platz bietet. Schmuckstück darin ist eine Monitorwand mit einer Diagonale von 7,60 Meter. Sie besteht aus drei mal sechs Bildschirmen mit Touchscreen. Auch eine Übersetzerkabine gehört zum Raum.

Beim Festakt unter dem Motto „Zukunft braucht Raum“ mit 250 Gästen gestern zeigte ein Film die 26 Monate dauernde Entstehung des Anbaus im Zeitraffer. Es solle ein Hightechgebäude sein und deshalb auch so aussehen, erklärte Architektin Maren Dannien vom Büro Schmitt-Dannien-Hofmann. Sie übergab keinen Schlüssel, sondern eine Karte zum Öffnen an Geschäftsführer Christian O. Erbe. Für diesen ist das Gebäude Ausdruck der Zukunftsstrategie (siehe Artikel unten). Denn darin finde die „Erbe Academy“ Platz. Bildung und Weiterbildung der Mitarbeiter und der Kunden aus dem Gesundheitsbereich werde immer wichtiger. Das Unternehmen will die hochwertig ausgestatteten Räume auch extern vermieten. 2016 finde darin zum Beispiel ein Satellitensymposium des Deutschen Gynäkologenkongresses statt. So erhält die Universitätsstadt dringend gesuchte Tagungsräume.

Der Neubau habe auch einen „kommunalen Wert für Stadt und Landkreis“, sagte Erbe und nannte drei Gs: Geruchs- und Geräuscharmut sowie Gewerbesteuern. Er dankte Oberbürgermeister Boris Palmer: „Die Universitätsstadt ist wirtschaftsfreundlich. Das ist auch Ihnen zu verdanken.“ Baubürgermeister Cord Soehlke erhielt für die Zusammenarbeit das Lob „Kämpfer für Unternehmer“. Erbes Schwager und Mitgeschäftsführer Rainer Thede sprach von einer Stärkung des Firmenstandorts durch den Neubau und lobte Tübingen. Die Verbindung zur Hochschule und die hohe Attraktivität der Stadt insgesamt sei wichtig: „Wenn wir einen Standort suchen müssten, würden wir Tübingen wählen.“

Den Ball nahm Oberbürgermeister Boris Palmer in seinem Grußwort auf und bedankte sich für „einen gigantischen Beitrag“ zur Gewerbesteuer, aber auch für das Engagement Erbes in Ehrenämtern und beim Erbe-Lauf. Die Erbe-Steuer sei ihm wichtiger als die Erbschaftssteuer. Palmer zur Inhaberfamilie, die mit drei Generationen anwesend war: „Die Erbschaftssteuer, die Sie nicht zahlen, ist hier besser investiert als in allem, was mir für die öffentliche Hand einfällt.“ Der Neubau begeistere ihn: „Es gibt kein Gebäude in Tübingen, das eine vergleichbare Qualität hat.“

Nils Schmid (SPD), Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes, zeigte sich beeindruckt von Neubau und Unternehmen, das von der Forschung bis zur Produktion alles beherrsche: „Erbe steht pars pro toto für die Innovationskraft Baden-Württembergs.“ Das Land sei ein Medizinstandort. Fast jeder neunte Arbeitsplatz sei im Gesundheitsbereich. Annette Widmann-Mauz (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, lobte als Vertreterin des Bundes ebenfalls das „Traditions- und Innovationsunternehmen“. Sie zitierte ein chinesisches Sprichwort: „Reichen die Wurzeln tief, sind die Zweige gut.“

Heute feiert die Firma mit Mitarbeitern aus aller Welt und deren Familien. 1300 Personen erwartet das Familienunternehmen.

Christian Otto Erbe (rechts) und Reiner Thede erklären an der riesigen Multimediawand im neuen Schulungsraum die Architektur der Erbe Academy. Bild: Sommer

Der Erbe-Neubau hat eine Fläche von 6300 Quadratmetern auf fünf Etagen. Im Untergeschoss befinden sich unter anderem Umkleide- und Duschräume mit Schränken für jeden Mitarbeiter. Der Platz für Sozialräume wurde so im Produktionsgebäude frei. Im Erdgeschoss nehmen Kantine und Küche den Großteil ein. Im ersten Stock sind vier Schulungsräume mit teils flexiblen Wänden untergebracht. Im zweiten Stock finden sich unter anderem die neuen Büros der Geschäftsleitung und ein Konferenzraum. Das dritte und oberste Geschoss ist ganz der Technik vorbehalten. Den größten Raum nimmt eine Lüftungsanlage ein. Durch Kraft-Wärmekopplung, Kälteabsorption und Photovoltaik auf dem Dach wird Energie eingespart. Die Sonnenkollektoren decken 10 Prozent des Strombedarfs der Firma. Der Energieverbrauch liegt 40 Prozent unter den Anforderungen. Außerdem werden 192 Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen. In einem Zwischengeschoss zum Altbau befindet sich die sogenannte Erbe-Lounge mit Mini-Museum. Hier können Gäste sich kurz ausruhen, Mails checken und auf einem Zeitstrahl, an Monitoren und einigen Exponaten die Firmengeschichte studieren.
Die bestehenden Gebäude wurden für 8,3 Millionen Euro saniert. Die haben eine komplett neue dämmende Hülle. Die Produktionshalle hat neue Oberlichter. Alle Arbeiten wurden im gesteckten Zeit- und Kostenrahmen fertig.

Zum Artikel

Erstellt:
17. April 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. April 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. April 2015, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+