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El Olivo - Der Olivenbaum

El Olivo - Der Olivenbaum

In dem Roadmovie reist eine junge Spanierin nach Deutschland, um einen uralten Olivenbaum zurück in die Heimat zu holen.

El Olivo - Der Olivenbaum

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El olivo
Spanien 2015

Regie: Icíar Bollaín
Mit: Anna Castillo, Javier Gutiérrez, Pep Ambrós

98 Min.

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01.03.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Nicht nur Menschen kommen im Zug der Wirtschaftskrise massenhaft von Spanien nach Deutschland. Auch Olivenbäume werden neuerdings von Süd nach Nord verpflanzt. Einen besonders alten und prächtigen hat sich zur Zierde ihres Firmensitzes eine Düsseldorfer Bank unter den Nagel gerissen.

In der Heimat des Baums ist der Kummer seitdem groß: Ein alter Bauer, der ihn sein Leben lang gehegt hat, ist nach dem von seinen verschuldeten Söhnen bewerkstelligten Verkauf in eine Depression geglitten und spricht kein Wort mehr. Seine Enkelin Alma (Anna Castillo) weiß sich nicht anders zu helfen, als nach Deutschland aufzubrechen, um das Gehölz an seinen angestammten Platz zurückzubringen. Im letzten Moment schließen sich Almas Onkel, den das schlechte Gewissen plagt, und dessen Kumpel, der nicht ganz legal einen Lastwagen organisiert, der Mission impossible an. Denn natürlich entpuppt sich die Hoffnung, die deutschen Banker würden ihre Beute freiwillig herausrücken, als Illusion.

Anders als die sozialkritischen Vorgänger „Öffne meine Augen“ (über Gewalt in der Ehe) und „Und dann der Regen“ (über Neokolonialismus) kommt der neue Film der spanischen Regisseurin Icíar Bollaín etwas hölzern daher. Die Ausgangslage wirkt konstruiert, das politisch Parabelhafte einen Tick zu simpel. Dazu kommt ein dick aufgetragenes Öko-Pathos, wonach Bäume nicht nur schön, sondern auch heilig sind.

Bodenständiger zeichnen Bollaín und Drehbuchautor Paul Laverty (ein Weggefährte von Ken Loach) die Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs, der bis in die Familien hinein seine zerstörerische Kraft entfaltet.

Wenn es dann zur Filmmitte in Richtung Norden geht, gewinnt die betulich entwickelte Geschichte erheblich an Drive, es gibt einiges zu lachen, und auch die Figuren werden farbiger: allen voran Alma, die als Vertreterin der jungen spanischen Generation allen Grund zur Verzweiflung hat, sich aber weigert, darin zu erstarren. Auch gegen die Botschaft ist nichts einzuwenden: Ob Widerstand Erfolg hat, ist gar nicht so wichtig; es kommt darauf an, ihn gewagt zu haben.

Öko-Pathos trifft Wirtschaftkrisen-Realismus und kriegt die Kurve zum flotten Roadmovie.

Spielplan

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01.03.2017, 12:50 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
29.08.2016

00:47 Uhr

Klex schrieb:

In zwei der besten Filme dieses Jahres BIRNENKUCHEN und EL OLIVO werden alte Bäume ausgerissen. Zufall? Bei einem uralten Olivenbaum kann man das vielleicht mit der Sprengung der Buddhastatuen in Afghanistan vergleichen. Keine Ahnung, ob es besser ist, wenn das Sakrileg ganz modern für 30000 Euro und nicht aus religiösem Wahn geschieht. Vergleicht man EL OLIVO mit den Filmen CAPTAIN FANTASTIC und ALLES WAS KOMMT (Wo Natalie mit philosophischen Stützrädern für den Rest ihres Lebens versteinert) ist er auf jeden Fall der Lebendigste: sehr witzig und sehr traurig, sehr politisch und mit einem genialen Happy End . Icíar Bollaín hat mit ÖFFNE MEINE AUGEN den m. W. besten Film über Gewalt gegen Frauen gedreht und mit UND DANN DER REGEN einen der besten über die offenen Adern Lateinamerikas. Mit EL OLIVO hat sie ein neues originelles Highlight gesetzt.
PS: Baum und Bauer sind echt, siehe dazu Interview Icíar Bollaín Deutschlandradio.
PPS: MAGGIES TRAUM auch 5 Sterne, aber nicht so wichtig



 
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