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"Ich will, ich will, ich will!"

Eisbecken, Stromschläge, Schlammlöcher: Rainer Grill kämpft sich durch den Extrem-Hindernislauf "Tough Mudder"

Wer gern gegen Weidezäune pinkelt, ist beim "Tough Mudder" genau richtig, verspricht Moderator Flo. Doch damit nicht genug: Außer Stromschlägen warten auf die Läufer Eiswasser, rutschige Hindernisse und Schlamm.

15.10.2015
  • SWP

Sehr viel Schlamm. Dessen ist sich der 48-jährige Rainer Grill wohl bewusst, im vergangenen Jahr ist er den rund 18 Kilometer langen Kurs gleich an zwei Tagen hintereinander gelaufen. Im Bayern-Outfit inklusive väterlichem Hut nimmt er nun wieder den Kampf gegen den Matsch auf.

Auf dem Weg zur Startlinie steht eine zwei Meter hohe Holzwand im Weg - für die Mudder kein Hindernis, sondern eine Herausforderung. Grill ist einer der ersten, der auf die Wand zurennt, sich oben hinhängt und mit den Beinen an einem Stützbalken hochdrückt. Herausforderung gemeistert. Auf der anderen Seite des Startbereichs bei Wassertrüdingen wird es enger, rund 300 Läufer starten mit Grill. Jeder soll einen Arm um eine andere Person legen, sagt Moderator Flo. Auch Grill, der im Gegensatz zu 95 Prozent aller Teilnehmer ohne Team antritt, kommt nicht ungeknuddelt davon.

Schließlich ist Teamwork eines der Versprechen, das sich die Läufer vor dem Lauf gegenseitig geben. Das Mudder-Gelöbnis ist kniend und einstimmig zu sprechen - die Mienen der "Mudder" sind ernst, als sie im Chor versprechen: "Ich jammere nicht - jammern ist was für Kinder." Und bei Grill mit seinen 48 Lenzen liegt das Kindesalter noch etwas weiter zurück als bei den meisten seiner Mitläufer. "Mit fast 50 hat keiner mehr so einen Knall", gesteht er grinsend. Und Grill hält seinen Eid: Mit unbewegtem Gesichtsausdruck wirft er sich in den Matsch, robbt unter geladenen Stromdrähten durch oder rutscht in Eiswasser gefüllte Becken. Nur als es kurz vor der Ziellinie beim "Everest 2.0" nicht auf Anhieb klappt und er zweimal die circa vier Meter hohe Halfpipe wieder runterrutscht, bevor ihn die Jungs oben festhalten, stößt er aus: "Ich glaub, deine Hände sind zu rutschig."

Kein Wunder: Schlamm und Schweiß gibt es zuhauf beim "Tough Mudder" (sehr frei übersetzt: zähe Schmodderer). Hilft nur Zähne zusammenbeißen, Hände nochmal am T-Shirt abwischen, was die Sache zwar eher verschlimmert, nochmal Anlauf nehmen und die Halfpipe hochrennen. Mehrere Hände greifen nach Grill, ziehen ihn hoch, geschafft.

Am Ziel läuft schließlich eine völlig verdreckte Gestalt ein, die anhand des Bayern-Huts als Rainer Grill zu identifizieren ist. Mit breitem Grinsen schwenkt er ein orangenes Stirnband, das ihn als dreifachen "Tough Mudder"-Läufer auszeichnet. Zur Freude hat Grill jeden Grund: Vor zehn Jahren hatte der Niedernhaller fast 20 Kilo mehr drauf. Mit seinen 1,70 Meter hatte der damalige Journalist 91 Kilo gewogen. Bis es ihm irgendwann reichte: Er meldete sich für diverse Läufe an und nahm ab. Sein eigenwilliges Erfolgsrezept: "Laufen, Backoblaten und bei Bedarf Hefeweizen." Das Laufen wurde ihm irgendwann zu langweilig, die Läufe wurden ausgefallener, die Hindernisse höher.

"Ich finde es genial, wie weit ich meinen Körper treiben kann, wenn ich mir immer wieder sage: ,Ich will, ich will, ich will'", sagt Grill. Der Triumph liegt für ihn eigentlich nicht im Sport, sondern wenn er geschafft hat, was er sich vorgenommen hat. "Klar, du läufst da irgendwo bei Kilometer 12 oder 13, kriechst unter Elektro-Hindernissen durch und denkst: ,Warum mach ich den Unsinn überhaupt?'", sagt Grill. "Aber wenn du es dann hinter dir hast, denkst du: ,Klar, ich mach es wieder.'".

Eisbecken, Stromschläge, Schlammlöcher: Rainer Grill kämpft sich durch den Extrem-Hindernislauf

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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