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Arktis

Eisbären dringen in russisches Dorf ein

Müllhalden ziehen die Raubtiere an. Die Einwohner helfen sich mit Lärm.

12.02.2019

Von ULRIKE SOSALLA

Auf der Suche nach Fressen: Eisbären scheuen sich nicht, in menschliche Siedlungen einzudringen. Foto: Imago

Moskau. Nachdem dutzende Eisbären in eine russische Siedlung nördlich des Polarkreises eingedrungen sind, haben die Behörden nun mit der Vertreibung begonnen. Es werde Technik eingesetzt, die Geräusche mache, um die Tiere von der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer zu verscheuchen, sagte ein Vertreter der Ortsbehörde der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

„Es gibt jetzt weniger Bären“, sagte der Ortsbehörden-Vertreter. „Wir können sie aber wegen eines Schneesturms nicht zählen.“ Der Notstand bleibe aber bestehen.

Die Behörden hatten die Warnung am Samstag im Gebiet Archangelsk veröffentlicht. Mindestens 52 Eisbären wurden zuletzt in der Nähe der Siedlung Beluschja Guba gesichtet. Einige dieser Bären seien Menschen bereits nahegekommen und hätten Häuser und Büros besucht.

Im Internet wurden Videos dazu veröffentlicht: Eisbären in einem Hausflur neben Kinderwagen, Bären, die durch ein Fester schauen oder auf einer Müllhalde nach Futter suchen.

Der Behördenvertreter führte die hohe Zahl der Eisbären in den Siedlungen der Insel auf den Klimawandel zurück: „In den 80er Jahren ist das Eis um Nowaja Semlja herum auch im Sommer nicht vollständig geschmolzen. Aber jetzt, wenn man Satellitenbilder betrachtet, gibt es kein Eis mehr. Im Winter bildet es sich vor der Küste erst spät.“

Das ist aber nur ein Grund. Auf der Suche nach Futter kämen die Bären zu den Mülldeponien, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. „Bis 2020 planen wir, alle Mülldeponien vollständig zu beseitigen und eine Verbrennungsanlage zu bauen.“ Seit fast 40 Jahren wohne er auf der Insel, sagt er. „So viele Bären gab es noch nie.“

Auf der Doppelinsel, auf der auch russisches Militär stationiert ist, leben rund 3000 Menschen. Wie viele Bären, ist unbekannt. Und Russland hat 2015 bei der bisher letzten Eisbärenzählung nicht mitgemacht. dpa

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Erstellt:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 06:00 Uhr

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