Tübingen · Unwetter

Hagel, Starkregen und Überflutungen: Das Unwetter 2021 in der Neckar-Alb-Region

Vor einem Jahr hinterließen Hagel und Starkregen große Schäden.

30.06.2022

Von ST

Beim Hagelunwetter 2021 im Kreis Reutlingen kam in Oferdingen auch ein Schneepflug zum Einsatz. Archivbild: Feuerwehr Oferdingen

Beim Hagelunwetter 2021 im Kreis Reutlingen kam in Oferdingen auch ein Schneepflug zum Einsatz. Archivbild: Feuerwehr Oferdingen

Die Hagelmassen verwandeln viele Gemeinden der Region am späten Nachmittag des 23. Juni in Weiß: Tonnenweise landen Eiskörner und -kugeln auf den Dächern, verstopfen Abflüsse und Gullys, durch den sie begleitenden Regen verwandeln sich Straßen und Gassen in reißende Sturzbäche. Die eiskalten Fluten schießen über den Tübinger Marktplatz, die Doblerstraße hinunter, sie ergießen sich ins Impfzentrum in der Paul-Horn-Arena, das daraufhin nach Sindelfingen ausweichen muss.

Um die Wege von den Eismassen zu befreien, greifen die Menschen mitten im Sommer zur Schneeschaufel. Besonders trifft es Weizen, Mais und Teile der Obsternte der Region. Auch die Arbeit des Frühjahrs vieler Kleingärtner ist dahin. Die Schäden insgesamt gehen in die Millionen: Noch zwei Monate später im August arbeiten Versicherungsgutachter in einer eigens angemieteten Halle in Bühl die Blechschäden an den getroffenen Autos ab. Die Feuerwehr im Kreis Tübingen rückt zu 230 Einsätzen aus, im Kreis Reutlingen sind es sogar 282.

Am 28. Juni fallen in kurzer Zeit so große Regenmengen, dass Flüsse und Bäche rasend schnell anschwellen und über die Ufer treten. Besonders heftig trifft es diesmal das Steinlachtal und das Echaztal. Die Feuerwehren sind vom frühen Abend gegen 18 Uhr an im Dauereinsatz, für manche dauert er bis zum Morgen. Während in Dettenhausen und Kusterdingen vor allem Keller volllaufen, die dann ausgepumpt werden müssen, wird es überall gefährlich, wo die Bäche und Flüsschen nicht mehr in ihren Betten bleiben. Die Reutlinger Innenstadt ist betroffen, besonders der Stadtteil Betzingen. In Dußlingen trifft das mit Macht die für viele Pendler kritische Verkehrsinfrastruktur: Der B27-Tunnel unter Dußlingen füllt sich so rasend schnell mit Wasser aus dem Wiesbach, dass Autofahrer in einem dramatischen Rettungseinsatz gerettet werden müssen. Nasse Füße bekommen manche in den Echaztal-Gemeinden: Der Pegel steigt in Wannweil auf einen Höchststand von 2,37 Meter. In Kirchentellinsfurt wird nicht nur die große Kreuzung an der Einmündung zum Neckartal überschwemmt, sondern auch das Schirm-Areal.

Dies ist eine gekürzte Version des Berichts aus dem Jahresrückblick 2021.

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Erstellt:
30.06.2022, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 02sec
zuletzt aktualisiert: 30.06.2022, 01:00 Uhr

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