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Einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit
Claus von Carnap-Bornheim freut sich: Die mittelalterlichen Verteidigungsanlage Danewer wurde von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Foto: dpa
Unesco

Einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit

Die Wikingersiedlung Haithabu und das Grenzbauwerk Danewerk bei Schleswig werden Weltkulturerbe.

02.07.2018
  • AFP

Bonn. Deutschland hat eine neue Unesco-Welterbestätte: Die UN-Kulturorganisation nahm am Samstag den Archäologischen Grenzkomplex Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein in ihre Liste des Weltkulturerbes auf. Die Stätte sei „ein einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit und ihrer kulturellen Traditionen“, begründete das im bahrainischen Manama tagende Welterbekomitee am Samstag die Entscheidung, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn erklärte. Der Archäologische Grenzkomplex ist die 43. Unesco-Welterbestätte in Deutschland.

Auf der jährlichen Tagung befasst sich das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation noch bis zum Mittwoch im Golfemirat Bahrain mit neuen Nominierungen für die Liste. Geprüft wird auch die Aufnahme des Naumburger Doms.

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, äußerte sich erfreut über die Aufnahme des Archäologischen Grenzkomplexes Haithabu und Danewerk in die Weltkulturerbe-Liste. „14 Jahre Arbeit an dieser herausragenden Nominierung sind damit erfolgreich zu Ende gegangen“, erklärte sie. Jetzt gelte es, „Haithabu und das Danewerk als Erbe der Menschheit zu erhalten und Menschen auf der ganzen Welt die Geschichte dieses herausragenden Ortes zu erzählen“.

Die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), erklärte, die 43. deutsche Welterbestätte fülle „eine Lücke auf der Welterbeliste“. Archäologische Stätten seien darin „unterrepräsentiert, insbesondere im Nord- und Ostseeraum“. Die Stätten Haithabu und Danewerk „geben einen hervorragenden Einblick in den Ausbau der Handelsnetze und des interkulturellen Austauschs sowie in die Entwicklung nordeuropäischer Städte vom 8. bis 11. Jahrhundert“, erklärte Müntefering.

Haithabu ist ein historischer Wikinger-Handelsplatz an der Schlei bei Schleswig, das rund 30 Kilometer lange Danewerk eine mit der Siedlung verbundene Befestigungsanlage aus dem Mittelalter. Sie bildeten etwa zwischen dem achten und elften Jahrhundert die Südgrenze des Königreichs Dänemark und sind heute das größte archäologische Denkmal aus der Zeit der Wikinger.

Das Welterbekomitee setzte am Samstag auch eine Reihe vorislamischer archäologischer Stätten im Iran auf die Welterbeliste. Die acht Stätten waren gemeinsam als „Sassanidische archäologische Landschaft der Region Fars“ nominiert worden. Fars im Süden des Iran ist die Wiege der im 3. Jahrhundert entstandenen sassanidischen Dynastie, deren Reich sich vom westlichen Afghanistan bis nach Ägypten erstreckte.

Zudem akzeptierte das Welterbekomitee am Samstag die Aufnahme von Stätten in Indien, Japan und Südkorea: die viktorianisch-gotischen und Art-Deco-Gebäude in der indischen Metropole Mumbai, zwölf christlich geprägte Orte in Japan und sieben buddhistische Bergtempel in Südkorea auf die Liste.

Die Art-Deco-Gebäude in Mumbai bilden die vermutlich zweitgrößte Ansammlung von Bauwerken dieses Stils, übertroffen nur von Miami. Die meisten der Bauten wurden zwischen 1930 und 1955 im Süden der Küstenstadt erbaut. Dort stehen sie in starkem Gegensatz zu den früher erbauten viktorianisch-gotischen Strukturen.

In Japan wurden Christen vor einigen Jahrhunderten brutal verfolgt. Zwölf christliche Orte im Süden des Inselstaates wurden nun in die Unesco-Liste aufgenommen. Auf der koreanischen Halbinsel zeugen buddhistische Bergtempel davon, wie sich der Glaube mit indigenen Religionen vereint hat. Die Unesco hat sieben dieser Tempel in Südkorea zum Weltkulturerbe ernannt. afp

Info Das Unesco-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. In diesem Jahr gab es insgesamt 31 Nominierungen. Auf der Welterbeliste stehen derzeit 1076 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern.

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02.07.2018, 06:00 Uhr
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