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Tübinger Händler haben Grund zur Klage / Outlet-City Metzingen legt dagegen zu

Einzelhandel schwächelt: Minus 6 Prozent Umsatz in der Unistadt

4,5 Milliarden Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft haben die Einwohner der Region Neckar-Alb derzeit zur Verfügung – 3,6 Prozent mehr als 2013. Das zeigt der neue Kaufkraftatlas der IHK Reutlingen. Doch während die Outlet-City Metzingen immer mehr Einkäufer lockt, verliert Tübingen weiter Kundschaft.

14.10.2015
  • Volker Rekittke

Tübingen / Reutlingen. Der Einzelhandelsumsatz pro Kopf ist in den Gemeinden der Region Neckar-Alb in dem vergangenen zwei Jahren fast überall zurückgegangen. Kein Wunder bei der immer mehr zunehmenden Konkurrenz durch den Onlinehandel. Ein weiterer Grund, so die IHK-Handelsexpertin Karin Goldstein: „Die Kunden sind immer mobiler und bereit, weitere Strecken beim Einkauf zurückzulegen.“ Zum Beispiel von Tübingen nach Metzingen oder Stuttgart.

Einzelhandel schwächelt: Minus 6 Prozent Umsatz in der Unistadt
Der Einzelhandel kämpft nicht nur mit der Online-Krake.

In absoluten Zahlen bleibt Reutlingen, trotz eines Rückganges des Einzelhandelsumsatzes um 0,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013, auf dem ersten Platz – mit 932,4 Millionen Euro. Es folgt Tübingen, das mit einem Minus von 6,1 Prozent auf 445,6 Millionen Euro die stärksten Umsatzrückgänge der zehn Top-Gemeinden zu verzeichnen hat. Das sehr viel kleinere Metzingen (22 000 Einwohner) folgt mit 426,2 Millionen Euro bereits knapp hinter Tübingen (85 000 Einwohner) – und ist zugleich die erste Gemeinde, die ihren Umsatz mit einem Plus von 2,5 Prozent im Verhältnis zu 2013 steigern konnte.

Auch wenn man die Pro-Kopf-Zahlen vergleicht, sieht es in Tübingen nicht gut aus. Der Kaufkraftatlas vergleicht dabei die so genannte Zentralität, also die Relation von Kaufkraft und Umsatz. Auffällig ist zunächst: Bei der „einzelhandelsrelevanten Kaufkraft“ (da sind Ausgaben für Wohnen, Reisen oder Versicherungen schon abgezogen) liegen die drei Kreise der Region nahe beieinander. Und alle drei legten von 2013 auf 2015 zu. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin im Landkreis Reutlingen kann im Durchschnitt 6736 Euro (+2,2 Prozent), im Landkreis Tübingen 6610 Euro (+1,8 Prozent) und im Zollernalbkreis 6571 Euro (+2,3 Prozent) im Einzelhandel ausgeben. Doch wo sie dieses Geld ausgeben, wo also der Umsatz gemacht wird, das steht auf einem anderen Blatt.

Und damit zurück zur „Zentralitätskennziffer“. Bei einem Wert von 100 ist das Verhältnis von Kaufkraft zu Umsatz ausgeglichen. Spitzenreiter ist – wer hätt’s gedacht – Metzingen mit einem Wert von 322,3 (+1,6 Prozent). Darin spiegeln sich vor allem die vielen auswärtigen Kunden der Outlet-City wider. Es folgen bei der Zentralität Balingen mit 160,5 und Reutlingen mit 138,2. Im Verhältnis zum Jahr 2013 können bei den zehn Gemeinden mit der höchsten Zentralität die Städte Bad Urach und Münsingen mit 15,9 Prozent sowie 9,4 Prozent am stärksten zulegen. Die Stadt Tübingen ist traditionell nicht unter den ersten zehn Gemeinden zu finden. Hier ist der Wert für die Zentralität im Vergleich von 2013 zu 2015 sogar noch weiter zurückgegangen – von 94,3 auf 87,7.

Da scheint es naheliegend, dass Tübingen gegen die Erlaubnis des Regierungspräsidiums klagt, das im Februar sein Plazet für ein weiteres Outlet-Center von Hugo Boss gab.

Der neue Kaufkraftatlas belegt aus Sicht der IHK, dass der innerstädtische Einzelhandel weiter unter Druck steht – vor allem durch den stark boomenden Onlinehandel. Das zeigt sich nicht zuletzt an der rückläufigen Zahl von Besuchern und Käufern in vielen Kommunen. „Der stationäre Handel muss sich auf seine Stärken besinnen und zeigen, dass er etwa bei persönlicher und individueller Beratung viel besser ist“, sagt Karin Goldstein. Das Internet und die beliebter werdenden mobilen Anwendungen dürfen aus Sicht der IHK-Handelsexpertin von den Geschäften nicht als Gegner abgelehnt werden. „Der Handel muss sich auch dort zeigen und sich den Kunden über diesen Weg präsentieren.“ Zudem könnten Städte und Gemeinden auch gemeinsam die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen – und beispielsweise mit Apps Kunden in die Geschäfte und Innenstädte locken.

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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