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Das flachste Päckchen unterm Christbaum

Einzelhandel macht 2 Milliarden Euro Umsatz mit Geschenkgutscheinen

Die Zahl der Gutscheinkarten aus Plastik wächst seit Jahren. An Weihnachten entlässt es die Verbraucher aus der Verantwortung, das Richtige zu schenken. Lastminute-Käufer finden sie einfach praktisch.

20.12.2013

Von DPA

Berlin Sie sind klein, bunt und spiegeln den Zeitgeist wider. Wer nicht so viel Zeit hat oder nicht genau weiß, was er seinen Liebsten schenken soll, geht auf Nummer sicher. Erwerben kann man sie an vielen Tankstellen, in Supermärkten, in den jeweiligen Läden oder übers Internet: Die Gutscheinkarten im Scheckkartenformat. Häufig sind sie im Kassenbereich platziert. Allein in diesem Jahr könnte mit diesen Karten zu Weihnachten ein Umsatz von etwa 2 Mrd. EUR erzielt werden, schätzt der Einzelhandelsverband HDE.

Gemessen am gesamten Weihnachtsgeschäft mache das zwar nur einen Anteil von etwa 3 Prozent aus. Aber die Tendenz sei steigend. Besonders nach dem Fest freuen sich Händler über ein Zusatzgeschäft, wenn die Menschen die Läden stürmen, um die Gutscheine einzulösen. Dann wird meist noch darüber hinaus gekauft. Der Marktführer für Geschenkgutscheine ist das Kölner Unternehmen Retailo. Es gehört seit Anfang Dezember zum US- Prepaid-Anbieter Blackhawk Network und verfügt im deutschsprachigen Raum über ein Netzwerk von mehr als 40 000 Verkaufsstellen: Tankstellen, Lotto-Annahmestellen, Drogerien, Bankfilialen und Supermärkte. Verkauft werden die Plastikcoupons von Unternehmen wie Douglas, C&A, Ikea, Zalando oder Tchibo.

Es gibt sogar Angebote für ganz Eilige: Wem erst bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum einfalle, dass ihm ein Geschenk fehlt, der könne Gutscheine auch als Geschenke-E-Mail oder Geschenke-SMS versenden, sagt Retailo-Sprecherin Silke Fischer.

Von einem anhaltenden Trend mit teils zweistelligen Wachstumsraten berichtet die Textilkette C&A, ohne Zahlen zu nennen. "Unsere Kunden schätzen sie, weil sie nicht nur bei uns, sondern auch an vielen anderen Verkaufsstellen erworben werden können", sagt Sprecher Lars Boelke. Einlösen könne man die Gutscheine in mehr als 500 C&A-Filialen. Der Gutscheinbetrag könne zudem in mehreren Teilbeträgen zum Einkauf genutzt werden.

Für den schwedischen Möbelhändler Ikea ist es das "flachste Paket, das wir je hatten." Ob zum Geburtstag, als Dankeschön oder für Glückwünsche - "die Geschenkkarte ist ein zusätzliches Verkaufsinstrument und aus diesem Grund auch ein wichtiger Bestandteil von Ikea", erklärt eine Unternehmenssprecherin. Die Kärtchen seien zunehmend beliebt, auch im Weihnachtsgeschäft. Zu Umsatz und Umsatzanteil äußert sich das Unternehmen nicht.

Bei Douglas gibt es mittlerweile Kombi-Gutscheine, die nicht nur in den Parfümerie-Filialen, sondern auch bei den Konzerntöchtern Christ (Schmuck) und Thalia (Bücher) eingelöst werden können. Zudem können sie jederzeit wieder aufgeladen werden. "Sie sind extrem beliebt, bei Privat- und Firmenkunden", sagt ein Sprecher. Gekauft würden sie nicht nur zu Weihnachten. Das Geschäft mit den Plastikkärtchen laufe das ganze Jahr über gut. "Ebenso beliebt sind sie zum Valentinstag, zu Ostern oder zum Muttertag."

Nach einer Umfrage des Branchenverbands HDE sind Geschenkkarten für Klamotten und Elektronik besonders beliebt. Unbefristete Gutscheine gelten laut HDE drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden. Für dieses Weihnachtsgeschäft heißt das, bis Ende 2016. Verbraucherschützer raten, die Kärtchen nicht zu lange liegen zu lassen, sonst existiere womöglich das Unternehmen nicht mehr, bei dem sie gekauft wurden.

Wer sich bei Douglas nicht auf ein Parfüm als Geschenk festlegen will, der kauft einen Gutschein. Die Geschenkkarte boomt auch bei anderen Firmen. Foto: dpa

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Erstellt:
20. Dezember 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Dezember 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2013, 12:00 Uhr

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