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Politik

"Einsame Wölfe" terrorisieren Jerusalem

Eine neue Gewaltwelle verschärft den Nahost-Konflikt. Die Attentäter sind meist jung und nur mit Messern bewaffnet - Israel ist machtlos.

14.10.2015
  • DPA, AFP

Jerusalem Gestern hat Jerusalem den tödlichsten Tag seit der Eskalation Anfang des Monats erlebt. Bei einem Angriff auf einen Linienbus in einem jüdischen Viertel wurden zwei Fahrgäste getötet. Wenig später raste ein Palästinenser mit einem Fahrzeug in eine Gruppe Wartender an einer Bushaltestelle.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berief daraufhin sein Sicherheitskabinett ein. Er schloss nicht aus, dass die Palästinenserviertel in dem von Israel besetzten Ostjerusalem abgeriegelt werden könnten.

Die Anschlagsserie, die Jerusalem seit Tagen in Atem hält, begann Anfang Oktober mit der tödlichen Messer-Attacke eines 19-jährigen Mannes aus Hebron. Auf Facebook hatte er verkündet, er werde im Namen einer neuen Intifada sterben. Daraufhin erstach er zwei jüdische Männer. Die blutige Bilanz des Terrors seitdem: Sieben Israelis starben, Dutzende wurden verletzt.

Zurzeit scheint es eher die empfundene Hilflosigkeit als die reine Opferbilanz, die bei den Israelis Angst auslöst. Sie sind gewohnt, technologische Antworten zur Gefahrenabwehr zu entwickeln. Die meisten Täter der vergangenen Anschläge zeigen aber ein außergewöhnliches Profil: Fast alle waren Teenager, der jüngste nur 13 Jahre alt. Sie gehörten meist keiner militanten Organisation an und waren zudem nur mit Messern bewaffnet. Der israelische Journalist Amos Harel bezeichnete sie als "einsame Wölfe", gegen die der Staat machtlos sei. Er schreibt: "Würde eine Flut von Razzien und Festnahmen wirklich etwas nutzen, wenn die Infrastruktur des Terrors aus Teenagern besteht, die mit Küchenmessern bewaffnet sind?"

Als Auslöser der Gewaltwelle gilt der Streit um den Zugang zum Tempelberg-Plateau. Ausschlaggebend dürfte aber vor allem die Perspektivlosigkeit der palästinensischen Jugend sein. Manche Kommentatoren sehen in der Terrorwelle auch eine Revolte gegen die von Mahmud Abbas geführte Autonomieverwaltung, die von vielen als korrupt empfunden wird. Abbas selbst hat sich von den Angriffen distanziert: "Das nützt dem Kampf der Palästinenser nichts", sagte er. Seit Oktober sind 30 Palästinenser ums Leben gekommen: als Attentäter, aber auch als Demonstranten, auf die die israelische Arme auch mit scharfer Munition schießt.

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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