Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Einladung zum Dialog
Die Stromleitung von der Nordsee in den Raum Heilbronn soll Windstrom in den Süden leiten. Foto: dpa
Energieversorgung

Einladung zum Dialog

In Leingarten bei Heilbronn entsteht ein Informationszentrum für alle Fragen rund um das Stromprojekt „Suedlink“.

24.07.2018
  • HANS GEORG FRANK

Leingarten. Ein Angebot zum Gespräch, ein Symbol für die Transparenz eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte – beides soll ein 280 Quadratmeter großer Holzständerbau bei Leingarten (Kreis Heilbronn) sein. In dem knapp eine Million Euro teuren Gebäude wird bis April 2019 ein Informationszentrum für „Suedlink“ eingerichtet, also für die Kabelverbindung zwischen Nord- und Süddeutschland zur Sicherung der Stromversorgung. Hier sollen sich die Bürger direkt informieren können. Der Übertragungsbetreiber Transnet BW, eine Tochter der ENBW, will zeigen, dass das Gespräch mit den Bürgern sich nicht auf regionale Veranstaltungen beschränkt.

Bürger und Politik ziehen mit

Werner Götz, der Chef von Transnet BW, zeigte sich mit den Vorbereitungen im Südwesten besonders zufrieden, weil Bürger und Landesregierung mitzögen: „Wenn wir diese Unterstützung überall hätten, wäre die Energiewende leichter umzusetzen.“

Die frühe Bürgerbeteiligung sei „ein Schlüssel des Erfolgs“, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gestern beim Spatenstich für das Info-Center. Damit werde „ein Teil der Energiewende sichtbar gemacht“.

Im Raum Heilbronn werden nicht nur 20 Meter hohe Hallen errichtet, um am Endpunkt den Konverter unterbringen zu können. Hier ist auch die spektakulärste Trassenführung für das Kabel geplant. Die Landesregierung lässt prüfen, ob dafür die leeren Stollen der Salzbergwerke in Heilbronn und Bad Friedrichshall genutzt werden können. Bis zu 16 Kilometer könnten voraussichtlich 200 Meter unter der Erde zurückgelegt werden.

Für diese Variante müssten zwei neue Schächte „abgeteuft“ werden, wie Bergleute sagen. Einer quasi am Anfang in Bad Friedrichshall, der andere am Ende bei Heilbronn. Dabei müsste nach einer Auflage der Bundesnetzagentur aus Sicherheitsgründen ein Abstand von 200 Meter zum bestehenden Grubengebäude eingehalten werden. Kommenden Monat sollen Probebohrungen zeigen, ob sich der Untergrund für die Schächte eignet. Die Stollen, in denen das Erdkabel bis zu einen Meter in den Salzboden eingefräst werden sollen, wurden bereits einer Machbarkeitsstudie unterzogen. Hindernisse seien nicht aufgetaucht, sagte Projektsprecherin Saskia Albrecht.

Die Bundesnetzagentur will auch eine Garantie, dass eventuelle Wassereintritte und eine Beendigung der Nutzung als Untertagedeponie keine negativen Auswirkungen auf das Erdkabel haben. Transnet BW ist so zuversichtlich, dass mit dem Salzbergwerk ein Kooperationsvertrag geschlossen wurde. Auf die Entscheidungen der Salzwerke AG kann das Land Einfluss nehmen, es hält fast 50 Prozent der Aktien. Der Vize-Vorsitzende des Aufsichtsrates ist Innenminister Thomas Strobl (CDU).

1000 Meter breite Korridore

Die endgültige Trasse steht noch nicht fest. Bisher gibt es nur Vorschläge für die 1000 Meter breiten Korridore. Transnet BW erwartet, dass die Bundesnetzagentur Ende 2019 den Verlauf genehmigt. 7000 Anregungen von Bürgern führten zu 28 Anpassungen des Netzes. Sensible Bereiche müssen ausgespart werden. Von 2025 an muss der Strom fließen.

Die Entscheidung für ein Erdkabel hat jenen Kritikern den Wind aus den Segeln genommen, die eine Monsterleitung befürchtet haben. In Baden-Württemberg hätten sich nirgendwo Gegner von „Suedlink“ zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, sagte Pressesprecher Alexander Schilling. Zu „Infomärkten“ seien vor allem Landwirte gekommen. Sie wollten wissen, wie es mit der Entschädigung aussieht, wenn in 1,60 Meter Tiefe das Kabel durch ihren Acker gezogen wird. Sie bekommen eine variable Einmalzahlung für den Eintrag der Dienstbarkeit im Grundbuch, außerdem werden Ernteausfälle und Flurschäden ausgeglichen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.07.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular