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Denkmal

"Einheitswippe" kommt angeblich doch noch

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls sollte die Einheitswippe stehen. Doch dem Denkmal standen viele Hindernisse entgegen - bis jetzt.

19.02.2016
  • PETER GÄRTNER

Es gibt sie noch, die Einheitswippe, auch wenn das Bauprojekt schon fast in Vergessenheit geraten ist. Ursprünglich sollte das Denkmal in Berlin am 9. November 2014, als sich der Mauerfall zum 25. Mal jährte, eingeweiht werden. Die riesige, begehbare Wippe, eigentlich eher eine Waage, soll auf dem Schlossplatz an die friedliche Revolution in der DDR und die deutsche Einheit erinnern - so hatte es der Bundestag 2007 beschlossen. Doch die Vergangenheit und Gegenwart ihres Trägers - der Sockel des historischen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals am Rand des Schlossplatzes - machte eine Fertigstellung zum 25. Jahrestag der Einheit im vergangenen Jahr unmöglich.

Erst wurden auf dem Boden des Gewölbes umfangreiche Mosaike entdeckt, die inzwischen unter Denkmalschutz stehen und geborgen werden konnten. Von einem "konservatorischen Glücksfall" war die Rede, da es in der Hauptstadt ansonsten keine vergleichbaren "Zeugnisse der wilhelminischen Bodenmosaikkunst" gibt. Das machte die Sockelsanierung kompliziert.

Dann wurden in dem alten Gewölbe auch noch neue Bewohner entdeckt, die die Arbeiten gänzlich zum Erliegen brachten: Dort nämlich lebten streng geschützte Wasserfledermäuse. Im Sommer zogen die Weibchen auf der Spreeinsel ihren Nachwuchs auf. Erst als die Jungtiere das Quartier an der Stadtschloss-Baustelle verlassen hatten, konnte die nach EU-Recht erforderliche Umsiedlung in ein Ersatzquartier erfolgreich abgeschlossen werden.

Nicht minder langwierig gestaltete sich das Genehmigungsverfahren, das von einem Kompetenzgerangel zwischen den Behörden des Bundes und des Landes begleitet wurde. Doch jetzt haben Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Kuh endlich vom Eis geholt: Für die gigantische Wippe wurde die Baugenehmigung erteilt, was inzwischen einem kleinen Wunder gleichkommt. Wenn die Haushälter des Bundes nun auch den Finanzierungsplan in Höhe von zehn Millionen Euro gebilligt haben, dann könnte das Denkmal noch vor der geplanten Eröffnung des Schlosses 2019 fertig sein. Trotz der jahrelangen Verzögerungen und einer behindertengerechteren Zugangsrampe will der Baumeister mit dem veranschlagten Budget auskommen. Das wäre dann schon fast ein so großes Wunder wie die Einheit selbst.

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19.02.2016, 08:30 Uhr
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