Tübingen · Gegen das Vergessen

Einfach verschwunden: Aktivistinnen aus Simbabwe

Zwei regierungskritische Frauen aus Simbabwe wurden gefoltert und sexuell genötigt. Jetzt wird ihnen der Prozess gemacht.

16.08.2022

Von st

Die simbabwischen Aktivistinnen Joanah Mamombe (links) und Cecellia Chimbiri. Bild: Amnesty

Die simbabwischen Aktivistinnen Joanah Mamombe (links) und Cecellia Chimbiri. Bild: Amnesty

Cecilia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova wurden am 13. Mai 2020 an einem Polizeikontrollpunkt in der Hauptstadt Harare festgenommen, weil sie einen regierungskritischen Protest angeführt hatten, der die staatlichen Maßnahmen gegen die Coronapandemie sowie die Hungersnot im Land thematisierte. Am selben Tag fielen sie dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden in dieser Zeit gefoltert und sexuell genötigt.

Am 15. Mai 2020 fand man die Frauen mit zerrissener Kleidung und in schlechter körperlicher Verfassung in der Stadt Bindura. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht und wenige Tage später von der Polizei wegen „Versammlung zur Anstiftung zu öffentlicher Gewalt und Verletzung des Landfriedens“ angezeigt. Im Krankenhaus wurden die drei Frauen von Gefängniswärtern und Polizisten bewacht, um sie daran zu hindern, mit der Presse zu sprechen. Nachdem sie angaben, einige ihrer Peiniger wiederzuerkennen, wurden sie am 10. Juni 2020 erneut festgenommen unter dem Vorwurf, die Foltervorwürfe erfunden zu haben. Am 26. Juni wurden sie gegen Kaution freigelassen.

Weder das Verschwindenlassen von Cecilia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova noch ihre glaubwürdigen Vorwürfe über Folter und sexualisierte Gewalt wurden bisher untersucht. Der Prozess gegen die drei Frauen begann im Januar 2022 und ist noch im Gange.

Bitte schreiben Sie bis 30. September 2022 höflich formulierte Briefe an den Präsidenten und fordern Sie ihn auf, dafür zu sorgen, dass alle Anklagen gegen Cecilia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova unverzüglich und bedingungslos fallen gelassen werden. Fordern Sie zudem ein Ende der Schikanen gegen die drei Frauen, die lediglich ihr Recht auf Protest wahrgenommen und die ihnen zugefügte sexualisierte Gewalt angeprangert haben.

Schreiben Sie in gutem Schona, Englisch oder auf Deutsch an: President Mnangagwa, Office of the President, Munhumutapa Building, Corner Sam Nujoma and Samora Machel Avenue, P. Bag 7700, Causeway, Harare, Simbabwe. Anrede: Your Excellency / Exzellenz, E-Mail: Info@opc.gov.zw, Twitter: @edmnangagwa. Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 Euro.

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Simbabwe, I. E. Frau Alice Mashingaidze, Kommandantenstraße 80, 10117 Berlin, Fax: 030 – 20 45 50 62, E-Mail: infor@zimembassyberlin.com. Standardbrief: 0,85 Euro.