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Ergenzingen · VVS

Ein Schritt näher an Stuttgart

Bahn Schon in Ergenzingen soll künftig der Verkehrsverbund Stuttgart beginnen. Nun hat der Kreistagsausschuss das Projekt und eine Kostenbeteiligung befürwortet.

12.07.2019

Von Eike Freese

Durch die Eingliederung Ergenzingens in den Stuttgarter Verkehrsverbund würde die Fahrt in die Landeshauptstadt für viele Reisende günstiger und unkomplizierter. Ein Kreistagsausschuss sprach sich für die Anbindung aus. Archivbild: Dunja Bernhard

Die Einbindung von Ergenzingen in den Verkehrsverbund Stuttgart ist einen wichtigen Schritt weiter: Der Verwaltungs- und Technische Ausschuss des Kreistags in Tübingen hat in dieser Woche einstimmig sein „Ja“ für das Projekt ausgesprochen. Dazu gehört auch, eine Beteiligung an den derzeit berechneten Kosten zu akzeptieren, die die Aufnahme für Landkreis und Stadt Rottenburg mit sich brächte. Das Ergebnis entspricht einem Empfehlungsbeschluss für den neuen Kreistag. Der muss zwar noch eine entsprechende Grundsatzentscheidung im Herbst fällen. Doch alle beteiligten Partner signalisieren damit große Unterstützung.

Im Kreistags-Ausschuss dieser Woche freute sich vor allem Ergenzingens ehemaliger Ortsvorsteher Hans Beser (CDU) über die breite Unterstützung: „Das ist ein guter Tag für Ergenzingen, aber auch für den Landkreis allgemein“, so Beser: „Letztendlich hat es sich gelohnt, rund 20 Jahre an dem Plan dranzubleiben.“

Wesentlicher Knackpunkt des Projekts war stets das Geld (wir berichteten). Stadt Rottenburg und Landkreis müssen für die Einbindung Ausgleichszahlungen an den VVS leisten. „In der Geschichte wurde früher immer mal von ‚einer Million Eintrittsgebühr‘ beim VVS geredet“, so Beser: „Dass es nun weitaus günstiger wird, hat alles weitergebracht.“

Tatsächlich rechnen die Beteiligten mit einer Summe von 29 000 Euro im Jahr für „Harmonisierung und Durchtarifisierung“ und einem weiteren Betrag von 5000 Euro für „Grundlasten“ . Dazu könnten einmalige Kosten für den Wechsel kommen. Insgesamt aber machbare Zahlen, weshalb der Rottenburger Gemeinderat schon im Mai einstimmig nicht nur die Aufnahme befürwortete, sondern auch eine Beteiligung
an den Kosten gemeinsam mit dem Landkreis.

„Auch ich war an einem gewissen Zeitpunkt überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass wir uns über solch niedrige Zahlen unterhalten würden“, resümierte Landrat Joachim Walter die vergangenen Jahre: „Bisher sind solche Integrationen ja daran gescheitert, dass relativ hohe Geldsummen im Spiel standen.“

Grünen-Kreisrat Andreas Steinacker (Ammerbuch-Entringen) mahnte im Ausschuss, bei der Umstellung schnell Klarheit für die Kunden zu schaffen. „Aus unserer Sicht sind manche Umsetzungsfragen noch nicht geklärt.“ Peter Wagner von der Abteilung Verkehr klärte in der Sitzung unter anderem schonmal insofern auf, dass Fahrkartenautomaten je nach Ziel Naldo- oder VVS-Karten ausspucken werden.

Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch (FWV) zeigte sich verwundert darüber, dass die Umstellung in Ergenzingen nun vergleichsweise preiswert sei, eine mögliche Naldo-interne Verlegung seiner Gemeinde auf eine Waben-Grenze aber mit weitaus höheren Kosten veranschlagt sei (siehe Steinlach-Bote). Zudem mahnte er, bei der jetzigen Einigung ein Auge darauf zu haben, dass die Kreistübinger irgendwann nicht auch mögliche Verluste beim VVS mitfinanzieren müssten. Landrat Walter entwarnte hier und sagte, über die nun angesetzte Verlustkompensation hinaus seien weitere Zahlungen kein Thema. Der Grünen-Verkehrsexperte Gerd Hickmann ergänzte, er rechne damit, dass sich die jährlichen Zahlungen im Laufe der Zeit eher verringern könnten.

Der lange Weg zum Zusatz-Verbund

Vor allem Pendler in die Landeshauptstadt, aber nicht nur sie, fordern schon lange eine Einbindung von Ergenzingen in den Verkehrsverbund Stuttgart. Bislang ist Bondorf der aus Richtung Stuttgart letzte Halt der Gäubahn, der im VVS liegt. Mit der jetzt absehbaren Aufnahme wird für zahlreiche ÖPNV-Kunden die Fahrt günstiger und auch unkomplizierter, weil sie möglicherweise nicht mehr zwei Tickets lösen müssen. Zum Umstellungs-Projekt gehört auch, dass die Stadt Herrenberg nun komplett in den Naldo-Tarif integriert wird, so dass alle Fahrten Ergenzingen-Gesamt-Herrenberg als Naldo-Fahrten gelten.

Letztendlich hat es sich gelohnt, rund 20 Jahre an dem Plan dranzubleiben. Hans Beser, CDU ehemaliger Ortsvorsteher und Kreisrat

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Erstellt:
12. Juli 2019, 00:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juli 2019, 00:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 00:00 Uhr

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