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Abschied für Dieter Rautenberg als Rektor der Rudolf-Leski-Schule in Pfrondorf

Eine pädagogische Lok geht

Der langjährige Leski-Rektor Dieter Rautenberg kämpfte auch bei seiner Verabschiedung in die Pension noch für die bestmögliche Schule für auffällig gewordene Kinder.

25.07.2009
  • Mario Beisswenger

<strong>Pfrondorf. </strong> Die Schülersprecherin Julia Kübler hatte es einfach. Zum Abschied ihres Rektors Dieter Rautenberg konnte sie einfach sagen: „Er hat das Recht, sich mal ein bisschen auszuruhen.“ Alle anderen Redner mussten ausholen, um den Leiter der Rudolf-Leski-Schule, einer Schule für „erziehungsschwierige Kinder“, wie das früher hieß, gestern Mittag zu verabschieden.

Sie taten es mit Respekt. Der Schulamtsdirektor Roland Hocker nannte den 64-Jährigen „einen sehr selbstbewussten Schulleiter“. Prof. Werner Bleher von der Reutlinger Außenstelle der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wurde schon deutlicher. Er würdigte nicht nur die Fürsorge und Empathie des Hobby-Lokführers. Bleher deutete auch Rautenbergs Ärger mit dem Jugendamt an. Siegfried Hoch, Direktor der Sophienpflege, die Trägerin der Schule, sprach von „heftigen Diskussionen mit Funktionsträgern“.

Behörden-Kritik in

Karikaturen

Rautenberg selbst wurde dann ganz deutlich. Das Jugendamt des Kreises stehe offensichtlich unter Spardiktat, weil die Jugendhilfeausgaben im Vergleich der Landkreise hoch seien. Das habe Folgen: „Ich erlebe nicht mehr, dass man Eltern versucht zu überzeugen, Hilfe anzunehmen.“ Seine Kritik verpackte Rautenberg – seit 39 Jahren an der Schule, seit sieben Jahren Rektor, davor Konrektor – unterhaltsam in Karikaturen, mit denen er seinen Rückblick und seinen umfassenden Dank selbst kommentierte.

Rautenbergs pädagogischer Ethos wurde vielfach gerühmt, seine Haltung als Lernender machte er selbst deutlich. Am vergangenen Mittwoch hielt er seinen letzten Kurs als Ausbildungslehrer für Sonderschul-Pädagogen und stellte fest, dass er dabei immer noch dazu lerne. An praktischer Pädagogik führte er an seiner Schule zum Beispiel individuelle Bildungspläne ein. Die Kinder werden danach nicht an einem für alle gleichen Klassenziel eingeschätzt, sondern nach ihren persönlichen Fortschritten. „Gleichbehandlung aller führt zu Benachteiligung“ lautete dazu sein Kernsatz.

Auch die Eltern

werden einbezogen

Die Konrektorin Barbara Stegmann-Wilkens wies auf Rautenbergs neue Art hin, mit den Eltern zu arbeiten. Waren früher die Kinder meist im angeschlossenen Heim untergebracht, so seien jetzt rund 90 Prozent von ihnen bei den Eltern. Die, so sagte Rautenberg, könnten für die Mitarbeit in der Schule nur gewonnen werden, wenn sie nicht zuerst auf ihre Defizite in der Erziehung hingewiesen werden. „Wir bekommen selbst nicht alles hin. Warum sollten unsere Eltern alles hinkriegen?“ Siegfried Hoch würdigte Rautenberg dann auch noch als jemand, „der viel daran gearbeitet hat, unser Demokratieverständnis lebendig zu halten“. Der Pädagoge war über Jahre in der Mitarbeiter-Vertretung aktiv, saß nicht nur für die Freie Liste lange Jahre im Tübinger Gemeinderat, sondern arbeitete auch in einer Bürgerinitiative mit.

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Die Rudolf-Leski-Schule </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Die Rudolf-Leski-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Förderschule auf der Pfrondorfer Höhe für Kinder, die wegen auffälligen Verhaltens aus den anderen Schulen hinausfliegen. Träger ist die Sophienpflege, eine Einrichtung der evangelischen Diakonie. Aufgenommen werden Kinder vor allem aus den Landkreisen Böblingen, Reutlingen und Tübingen. Inzwischen gibt es Außenklassen in Dußlingen und Tübingen. Sie unterstreichen, dass die Rudolf-Leski-Schule sich als Durchgangsschule versteht, die Kinder wieder in die Regelschule bringt. Die meisten unterrichteten Kinder schaffen einen Hauptschulabschluss. </div> </div>

Eine pädagogische Lok geht
Prof. Werner Bleher (links) von der PH Ludwigsburg kam zur Verabschiedung von Dieter Rautenberg. Neben dem scheidenden Rektor seine Frau Inge Rautenberg und sein Nachfolger Albrecht Müller. Bild: Faden

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25.07.2009, 12:00 Uhr
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