Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Virtual-Reality-Brillen schicken sich an, die Wohnzimmer zu erobern

Eine andere Welt vorm Kopf

Nach langer Entwicklungszeit erreichen Oculus Rift & Co den Massenmarkt. Auf der Computermesse Cebit können Besucher im März die Virtual-Reality-Brillen umschnallen und in eine andere Welt eintauchen.

20.02.2016
  • PETER KUSENBERG

Die junge Frau aus Bergisch-Gladbach setzt sich auf einen bequemen Stuhl, streift ein Skibrillen-förmiges Gerät über den Kopf und nimmt blind ein Gamepad entgegen, das ihr ein Stand-Mitarbeiter reicht.

Sie ertastet den untersten der wenigen Knöpfe, drückt darauf - und auf dem Display vor ihren Augen erscheint das Cockpit eines Raumschiffs, das sich in Bewegung setzt. Das Raumschiff passiert eine Schleuse und schwebt in den Weltraum, der beeindruckender wirkt als in jedem bisher erlebten Videospiel - und echter als im 3D-Kino. Denn sobald die Rheinländerin den Kopf nach links oder rechts wendet, dreht auch die Ansicht in die entsprechende Richtung. "Das ist so, als wäre ich wirklich im Weltraum!", ruft die 36-jährige. Nur vor einem fürchtet sie sich - das ihr von der virtullen Reise übel werden könnte. Dieses Phänomen ist auch als VR-Übelkeit bekannt.

Doch bis zum Ende der zehnminütigen Demo fühlt sie sich wohl. Das mag daran liegen, dass sie als Einzelhandelskauffrau arbeitet und noch nie in einem Cockpit saß. Lufthansa-Piloten hingegen sollten sich in Acht nehmen vor der Demo des Weltraum-Spiels "Eve Valkyrie"; denn sie sind es qua Beruf gewohnt, in Cockpits zu sitzen und durch dreidimensionale Räume zu fliegen. Ihr Hirn bemerkte während der Simulation eines Weltraum-Fluges gar zu rasch die kleinen Unterschiede zu einem echten Flug. Der Körper könnte diesen Betrug leicht mit Übelkeit strafen.

Immerhin muss es kein Science-Fiction-Thema sein, dass man bei seinem ersten Virtual-Reality-Erlebnis wählt. Was der Nutzer sieht, hängt von der Software ab. Die Hardware ist bei allen relevanten Herstellern ähnlich aufgebaut: bei der Brille der Firma Oculus Rift zum Beispiel, die der Internet-Gigant Facebook im Jahre 2014 für einen Milliardenbetrag übernahm, bei Sonys Playstation VR, bei der Zeiss One des deutschen Herstellers und bei HTC Vive. Virtual Reality heißt die Echtzeit-Simulation einer Wirklichkeit und ihrer physikalischen Gesetze. Sie erfolgt mithilfe von Geräten, die möglichst mehrere Sinne des Probanden ansprechen, also mindestens den Sehsinn und den Hörsinn, vielleicht sogar das Fühlen.

Diese modernen VR-Brillen umschließen im Gegensatz zur 3D-Kino-Brille die komplette Augenpartie. An ihrer inneren Vorderseite befinden sich Bildschirme, die dank integrierter Linsen ein 3D-Bild simulieren. Sensoren befinden sich im Rahmen der Brille, die sofort auf Bewegungen des Kopfes und der Augen reagieren.

Die Techniker konnten die Reaktionszeit spürbar senken, so dass man heute beinahe das Gefühl hat, dass sich der Blickwinkel genau so rasch ändert, wie man es bei entsprechender Kopfbewegung in der Wirklichkeit erwarten würde. Die Anwendungsmöglichkeiten von VR-Brillen sind vielfältig und gehen über Videospiele hinaus. Sie lassen sich auch zu Schulungszwecken einsetzen, etwa bei Ärzten und Chirurgen. Viel versprechend wirkt der Einsatz an Universitäten, bei Architekten und Geologen. Kinder und Jugendliche können damit Unterrichtsstoffe vertiefen, etwa im Erdkunde-Unterricht exotische Pflanzen aus der Nähe betrachten.

Zudem wird die Filmindustrie spezielle Filme anbieten, die ein intensives Erlebnis versprechen - was neben den Produzenten von Action- und Science-Fiction-Filmen vor allem die Pornoindustrie interessiert.

Die Brille von Zeiss und Samsungs Game Gear sind schon im Handel erhältlich. Game Gear lässt sich einzig mit einem Samsung-Smartphone betreiben, das als Bildschirm fungiert. Eine Menge Spiele sind bereits verfügbar.

Oculus Rift soll ab Ende März erscheinen - bei einem Verkaufspreis von mindestens 600 Euro. Insbesondere die happigen Kosten für hochwertige VR-Brillen dürfte viele Interessenten abschrecken. Eine Reihe günstiger Pseudo-VR-Produkte bietet sich als Alternative an, etwa Google Cardboard. Diese VR-Brille besteht aus Pappmaché, in die man, ein Smartphone hineinschiebt.

Bei der Oculus-Rift-Brille hingegen muss ein leistungsfähiger, geeigneter PC bereit stehen. Wer einen Mac besitzt, sollte noch ein Weilchen warten. Gerüchte mehren sich, dass Apple an einer eigenen Virtual-Reality-Technik arbeitet.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.02.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular