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Stihl

Eine Säge für den Katastrophenfall

Die Waiblinger stellen Neuheiten vor, darunter eine Rettungssäge und vernetzte Rasenroboter. Für Umsatz sorgen vor allem die Akkugeräte.

23.09.2017
  • SIMONE DÜRMUTH

Waiblingen. Blaulicht, Martinshorn, ein Feuerwehrauto fährt auf den Parkplatz der Alten Kelter in Fellbach. Rauch dringt aus einem Container, Feuerwehrleute in Schutzkleidung laufen darauf zu. Dann heult eine Kettensäge auf, es kreischt, als sich die Kette langsam in die Metallverkleidung der Containertür frisst.

Diese Inszenierung hat der Motorsägenhersteller Stihl (Waiblingen) in diesem Jahr gewählt, um im Anschluss an die Pressekonferenz seine Produkte vorzustellen. Darunter die Rettungssäge MS 462 C-M R, wie sie auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Fellbach genutzt wird. Speziell für den Einsatz bei der Feuerwehr und im Katastrophenschutz wurde der Anwerfgriff vergrößert, damit er auch mit klobigen Handschuhen gut bedient werden kann. Außerdem wurde sie mit einem verstellbaren „Schnitttiefenbegrenzer“ ausgestattet. Denn dringt die Säge ungehindert durch das Material, könnten Personen, die zum Beispiel hinter einer Tür stehen, verletzt werden.

Stihl verkündet auch gute Zahlen: Dank guter Geschäfte mit Akkugeräten ist man kräftig gewachsen. Die Menge der verkauften Stromer habe sich binnen eines Jahres verdreifacht, sagt Stihl-Chef Bertram Kandziora.

Zum Vergleich: Das Hauptgeschäft von Stihl – Benziner-Geräte – verzeichnete ein Absatzplus von lediglich 12 Prozent. Allerdings ist der Anteil von Akkugeräten niedrig. 2016 lag er noch bei weniger als 5 Prozent, nun ist er im knapp zweistelligen Bereich. „Wir entwickeln uns in die richtige Richtung“, sagte Kandziora. Zur Gesamtzahl verkaufter Geräte macht das Unternehmen aber keine Angaben.

Profis setzen auf Benziner

Das rasante Wachstum des Akku-Segments dürfte sich aber verlangsamen. Mit Blick auf das kommende Jahr sagte Vertriebsvorstand Norbert Pick: „Eine Verdreifachung werden wir nicht schaffen“. Die Verkaufszahlen von Batteriegeräten werden aber im zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Aber auch wenn das Akku-Geschäft gut läuft, einen Abschied vom Benziner peilt Stihl nicht an. „Beide Bereiche haben ihre Berechtigung“, sagte Entwicklungsvorstand Wolfgang Zahn. Ein Waldarbeiter in Kanada würde beispielsweise auch künftig Benziner-Modelle nutzen wollen. Mit einem Stromer würde er am Tag 180 Akkus brauchen.

Egal, mit welchem Kraftstoff die Kettensägen angetrieben werden – zuvor werden sie ausführlichen Tests unterzogen. Mehrere hundert Stunden lang werden die Maschinen belastet, bevor sie auf den Markt kommen. Dutzende Maschinen gleichzeitig laufen in den Prüfständen im ersten Untergeschoss des Entwicklungszentrums in Waiblingen. In kurzen Zyklen wechseln die Kettensägen zwischen Volllast und Leerlauf. Eine imposante Geräuschkulisse – auch wenn ein großer Teil der Prüfstände für den Journalisten-Besuch abgeschaltet wurde.

Einige Türen weiter werden die Kettensägen von Menschen getestet: Eine Scheibe nach der anderen fällt von dem fixierten Baumstamm auf den Boden. Sie landen dann im betriebseigenen Blockheizkraftwerk. Die ausführlichen Tests sind notwendig: Ist die Maschine erst einmal auf dem Markt, soll sie in der Lage sein, vier Sattelzüge voller Baumstämme in schmale Scheibchen zu zerlegen, bevor die Kettensägen in die Knie gehen.

Mit weit weniger Getöse kommt eine Neuheit der österreichischen Stihl-Tochter Viking daher: Der Robotermäher iMow MI 632 M selbst ist zwar nicht neu, doch jetzt kann er mit bis zu neun seiner Kollegen vernetzt werden und so große Rasenflächen – zum Beispiel Parks oder Golfplätze – pflegen. Gesteuert wird das Team per App. Die Koordination der Robotermäher soll eine von Viking entwickelte intelligente Software übernehmen, die den Arbeitseinsatz des Teams aufeiander abstimmt und überwacht.

Zugunglück war Auslöser

Die Fellbacher Feuerwehrleute haben derweil in kürzester Zeit die Tür des Containers zerlegt und aufgebrochen, Rauch quillt auf den Platz. Noch vor einigen Jahren sei es gar nicht üblich gewesen, dass Feuerwehren eine Rettungssäge dabei hatten, erklärt Kommandant Rainer Seeger. Trauriger Auslöser für diese Veränderung war das große Zugunglück bei Eschede 1998. Die Rettungskräfte hatten damals keine Möglichkeit, zu den Verletzen zu gelangen, weil ihnen die Geräte dafür fehlten.

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23.09.2017, 06:00 Uhr
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